Zum Tod von Brar Roeloffs: Ein engagierter Friese

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27. März 2013, 03:59 Uhr

Föhr/Bredstedt | Er stammte von der Insel Föhr und wirkte als Landwirtschafts-Staatssekretär in Schwerin. Am Freitag ist Brar Cornelius Roeloffs im 85. Lebensjahr verstorben, am Sonnabend wird er auf seiner Heimatinsel beigesetzt. "Dieser Friese war ein guter Freund und Gönner, der Außergewöhnliches für die nordfriesische Heimatkunde geleistet hat", würdigten Inken Völpel-Krohn, Vorsitzende des Vereins Nordfriesisches Institut, und Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut, das Ehrenmitglied des Instituts.

Brar Roeloffs wurde am 14. Oktober 1928 in Süderende geboren. Er arbeitete bis 1955 als Landwirt im väterlichen Betrieb, studierte dann Agrarwissenschaften und übernahm bald verantwortungsvolle Aufgaben in der Verwaltung. So leitete er als Ministerialrat die Abteilung Agrarstruktur im Kieler Landwirtschaftsministerium und war ein Jahr Referent im Bundeslandwirtschaftsministerium. Ab 1990 wirkte er an Neuaufbau und Umstrukturierung von Landwirtschaft und Agrarverwaltung in den neuen Bundesländern mit. Er wechselte nach Mecklenburg-Vorpommern und wurde 1990 Staatssekretär im Schweriner Landwirtschaftsministerium. Mit großem Erfolg arbeitete Brar Roeloffs bis Ende 1994 an der Umstellung von der planwirtschaftlichen zur unternehmerischen Landwirtschaft.

Bei allem Engagement für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft verlor "Bootje", wie man ihn auf Föhr nannte, nie den Bezug zur Heimat. In all seinen Berufsjahren fand er die Zeit für intensives Quellenstudium, dem zahlreiche Aufsätze und grundlegende Veröffentlichungen zur Geschichte der Insel Föhr entsprangen. Roeloffs war Mitglied in mehreren Stiftungen, unter anderem engagierte er sich in der Ferring-Stiftung. 1996 bis 2012 gehörte er dem Beirat des Nordfriisk Instituut an. Er wählte das Institut in Bredstedt, um seinen Plan, Dokumente aus der Geschichte der Landwirtschaft zu sammeln, umzusetzen Aus dem 1996 erdachten Höfe-Archiv entwickelte sich mit Hilfe der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft das landesweite Projekt "Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins". Dafür und für seine großzügige Unterstützung gehöre ihm der Dank des Nordfriesischen Instituts, sagten Inken Völpel-Krohn und Thomas Steensen.

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