Kommunalwahl 2018 : Zufriedene Reaktionen auf Föhr-Land

In vielen Gemeinden fanden deutlich weniger Menschen den Weg ins Wahllokal, als noch vor fünf Jahren.
In vielen Gemeinden fanden deutlich weniger Menschen den Weg ins Wahllokal, als noch vor fünf Jahren.

Hohe Wahlbeteiligung in Dunsum. Einzelbewerber sorgen für frischen Wind. Die Linke tritt in zwei Gemeinden an und bleibt chancenlos.

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08. Mai 2018, 13:30 Uhr

Lediglich 70 Wahlberechtigte hätten am Sonntagabend in Dunsum an die Wahlurne treten können, 57 Wähler machten von ihrem Recht Gebrauch. Da wunderte es nicht, dass die Auszählung in der kleinen Gemeinde, die vor fünf Jahren aufgrund ihrer zu geringen Einwohnerzahl keine Gemeindevertretung gewählt hatte, schnell erledigt war. Doch in Dunsum war man nicht nur am schnellsten, hier lag die Wahlbeteiligung mit 81,4 Prozent auch deutlich über dem Schnitt der Föhrer Landgemeinden.

In diesem Punkt konnten nur Borgsum (69,4 Prozent, plus 3,3 Prozentpunkte), Nieblum (58,3, plus 2,2) und Wrixum (54,9, plus 7,6) zulegen. In allen übrigen Gemeinden lag die Beteiligung unter der von 2013; insgesamt lag sie auf Föhr-Land bei 59,4 Prozent (Vorjahr: 58,7). Eine Steigerung um 0,7 Prozentpunkte, die der Gemeinde Dunsum geschuldet ist, die seinerzeit nicht dabei war.

Für Amtsvorsteherin Heidi Braun bestätigt sich damit ein landesweiter Trend. „Die Dörfer haben ihre Wählergemeinschaften und wissen, was kommt“, so das Fazit der amtierenden Wrixumer Bürgermeisterin. Dass dies auch zu Kritik führt, weiß auch Braun. Wenn der Wähler in manchen Orten für seine fünf Kreuze genau fünf Kandidaten zur Auswahl hat, wirft das Fragen auf. Doch für die Amtsvorsteherin ist dies ein hausgemachtes Problem. Zu wenige wären bereit, sich politisch zu engagieren – ob in den Wählergruppierungen oder als Einzelbewerber.

Als solcher hatte sich Norbert Nielsen in Borgsum zur Wahl gestellt. Ziel des derzeitigen Bürgermeisters war die Bestätigung der gesamten Gemeinde. Der Plan ging auf und Nielsen holte mit 168 nicht nur die meisten Stimmen, sondern auch 35 mehr als vor fünf Jahren. „Besser kann es nicht laufen“, zeigte sich der Wahlsieger denn auch erfreut. Der davon ausgeht, dass seine Gemeinde ihn im Amt des Bürgermeisters bestätigt. „Mit diesem Ergebnis kann ich mit gutem Gewissen für die nächsten fünf Jahre antreten.“

Zufrieden zeigte sich auch Hark Riewerts. Der bisherige Oldsumer Dorfchef, 2013 noch über die ÖWG-Liste angetreten, stellte sich jetzt als Direktkandidat zur Wahl und bekam mit 185 die meisten Stimmen. „Die Rückendeckung der Einwohner hat mir gut getan“, bekannte er. Auch Riewerts geht davon aus, dass er für weitere fünf Jahre Bürgermeister sein wird. Mit einer Gemeindevertretung, die in der Vergangenheit gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet habe und sich nur geringfügig verändern werde, sagt er. So wird für Uwe Bohn künftig Reiner Braren über die Geschicke des Dorfes mitbestimmen. Aus Riewerts’ Sicht ein Glücksfall: „Damit sitzt nach Uwe Bohn wieder ein Landwirt mit am Tisch.“

Mit Olaf Ketelsen zieht auch in Oldsum ein Einzelbewerber mit beachtlichen 114 Stimmen in das Dorfparlament ein. Nicht geschafft hat es dagegen Stephan Knudsen, der auf 92 Stimmen kam. Ein Achtungserfolg, betont Riewerts: „Auch wenn es nicht gereicht hat, ist es toll, dass ein junger Bürger Engagement gezeigt hat.“

Immerhin sechs der zehn Einzelbewerber, die auf Föhr-Land antraten, schafften nach dem vorläufigen Ergebnis auch den Sprung in die Gemeindevertretung. Weniger erfolgreich war die Partei Die Linke. Angetreten in Alkersum und Utersum, blieben die jeweiligen Kandidaten hier chancenlos.

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