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Amts-Schulausschuss : Zu wenig Personal für schwierige Kinder

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Schülerzahlen auf Amrum und an den Grundschulen sind weitgehend konstant. Junge Lehrer werden von den hohen Mieten auf den Inseln abgeschreckt.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 11:30 Uhr

Dass der Mangel an bezahlbarem Wohnraum auf den Inseln nicht nur für diejenigen bitter ist, die eine Bleibe suchen, machte der Leiter der Öömrang Skuul, Jörn Tadsen, in der jüngsten Sitzung des Amts-Schulausschusses deutlich. „Wir haben die ganzen Sommerferien gesessen und versucht, Lehrer zu akquirieren“, berichtete Tadsen den Ausschuss-Mitgliedern. Doch alle Interessenten seien mit der Begründung, sie könnten sich das teure Inselleben nicht leisten, wieder abgesprungen. Schließlich sei über private Schienen und Mundpropaganda eine Lösung gefunden worden, so Tadsen, der sich wünschte, dass das Amt hier noch mehr tätig würde.


Wohnungen zu teuer


Sinkende Schülerzahlen sind dagegen laut Jörn Tadsen aktuell auf Amrum kein Thema. Voraussichtlich würden im kommenden Sommer 17 Schüler aus der Öömrang Skuul entlassen und 19 Erstklässler neu aufgenommen.

110 Kinder besuchen derzeit die Grundschule Föhr-Land, berichtete deren Leiterin Nicole Frantzen. Davon würden 52 Kinder am Standort Midlum und 58 Kinder am Standort Süderende unterrichtet. Frantzen geht davon aus, dass ihr angesichts der Entwicklung der Schülerzahlen im nächsten Schuljahr fünf Lehrerstunden abgezogen werden.

Auch Helga Weber, die Leiterin der Wyker Grundschule, berichtete von wachsenden Schülerzahlen. Derzeit würden 157 Kinder die Rüm-Hart-Schule besuchen, wenn im kommenden Sommer 30 Kinder abgehen, würden im Gegenzug 35 kleine Abc-Schützen dazukommen. „Trotzdem müssen wir uns überlegen, ob wir uns anders strukturieren“, fürchtet Weber, dass ihre Schule sich, wenn die Stundenzuweisungen knapper werden, kleine Klassen nicht mehr leisten kann.

Ein Problem auch deshalb, weil die Rüm-Hart-Schule von elf Integrationskindern mit erhöhtem Förderbedarf besucht wird. „Wir haben nur noch vier Sonderpädagogen im Kollegium“, zählte Weber auf, an deren Schule auch das Föhrer Förderzentrum angesiedelt ist, das außerdem 40 Kinder an der Eilun-Feer-Skuul und zwei Kinder an der Grundschule Föhr-Land betreut. „Wir beschäftigen uns da mit Kindern, die so verhaltensauffällig sind, dass sie im Klassenverband nicht zu halten sind“, berichtete Weber von Kindern, die aggressiv sind, weglaufen oder im Unterricht so stören, dass ihre Klassenkameraden nicht mehr arbeiten können. Kinder also, die besonders viel Aufmerksamkeit und Betreuung benötigen. Doch mit den vorhandenen Ressourcen, so Helga Weber, sei eine adäquate Begleitung dieser Kinder auch im sozialen und emotionalen Bereich nicht zu leisten.

Ausschussmitglied Hans-Peter Traulsen, selbst Lehrer an der Klinikschule der Amrumer „Satteldüne“, regte an, zu diesem Problembereich in eine der nächsten Ausschuss-Sitzungen jemanden von der Schulaufsichtsbehörde einzuladen. Traulsen war zu Beginn der Sitzung zum stellvertretenden Schulausschuss-Vorsitzenden gewählt worden, das Föhrer Schulausschuss-Mitglied Heinz Lorenzen zum Vorsitzenden.

Vor vier Jahren habe die Eilun-Feer-Skuul noch 700 Schüler gehabt, jetzt seien es nur noch 620, berichtete der Schulleiter des Wyker Gymnasiums mit Regionalschulteil, Carl Wögens, von sinkenden Schülerzahlen, aber auch von etlichen positiven Entwicklungen. So gebe es im Moment keine Schulschwänzer, Gewalt sei an der Eilun-Feer-Skuul ebenfalls kein Thema, „und auch den Drogenkonsum haben wir insgesamt gut abgestellt“, freute sich Wögens. Auch mit Personal sei seine Schule recht gut versorgt. „Es gibt zwar keinen Inselzuschlag, aber wir haben als kleine Schule drei Stellen mehr“, berichtete er.


Sozialarbeiter wichtig


Neben den vom Land bezahlten Lehrern ist an der Eilun-Feer-Skuul auch pädagogisches Personal beschäftigt, das vom Amt bezahlt wird. Wögens nannte da vier Teilzeitkräfte für die Nachmittagsbetreuung in der Offenen Ganztagsschule sowie die eineinhalb Stellen für Schulsozialarbeit. „Bitte halten sie dieses Niveau“, appellierte Wögens an den Schulausschuss. Denn egal wie viele und wie gut ausgebildete Lehrer eine Schule habe, grundsätzlich würden außerdem Sozialpädagogen benötigt. „Die haben einen anderen Blick auf die Schüler“, so Wögens. „Wir haben beste Erfahrungen mit dem Dreieck Klassenlehrer – Sozialpädagogin – Schulleitung gemacht“, betonte er.

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