Verzögerung und Sorgenfalten : Zu viel Regen und kaum noch Sand

Nach der Weihnachtspause geht es weiter: Im Hafen werden die Spundwände gerammt.
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Nach der Weihnachtspause geht es weiter: Im Hafen werden die Spundwände gerammt.

Wetter behindert Bauarbeiten am Anleger 1. Wyker Strand wird immer kleiner. Änderungen bei der Planung der Seebrücke.

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29. Dezember 2017, 20:00 Uhr

Derzeit ruhen die Arbeiten am Anleger 1 im Wyker Hafen, die Anfang Januar wieder aufgenommen werden sollen. Dass diese nicht ganz im Plan liegen, verriet der Leiter des Hafenbetriebes Ulrich Koch in der jüngsten Sitzung des Hafenausschusses. Das schlechte Wetter in den vergangenen Wochen habe für Rückschläge gesorgt, beklagte Koch: „Wir hatten noch nie so oft wie in diesem Winter die Pier überflutet, sodass die Arbeiten nicht weitergehen konnten.“

Derzeit werden die Spundwände gerammt. Die verlorene Zeit aufzuholen, soll in der zweiten Januar-Woche eine weitere Ramm-Einheit zum Einsatz kommen. So hofft man, schneller voranzukommen. Denn die Zeit drängt, verriet Koch, der plant, die Autobrücke im April, spätestens aber Anfang Mai wieder in Betrieb zu nehmen. „Das heißt, bis dahin soll die Autobrücke fertig sein und auch schon eine Vorabnahme bekommen und in Betrieb gehen.“ Von dem zweiten Seiteneinstieg ist dann noch nicht die Rede, aber die Reederei soll die Brücke wieder nutzen können.

Für Probleme hatte nicht nur das Wetter gesorgt. Teilweise konnten die Spundwände nicht versenkt werden. Alter Beton sei im Weg gewesen, verriet der Werkleiter, der durchbrochen werden konnte. An einer Stelle musste man allerdings passen. Hier wurde die Spundwand gekürzt und von Tauchern zusätzlich gesichert.

Nur schleppend kommen auch die Arbeiten an dem neuen Sanitärgebäude im Gewerbegebiet voran. Für die Firma, die ursprünglich die Pfahlbohrungen durchführen sollte, musste ein Ersatz gefunden werden, verriet Koch, wodurch einige Wochen verlorengingen. Die Bohrungen sind mittlerweile erfolgt (wir berichteten), zeitnah soll nun mit dem Bau des Hauptgebäudes begonnen werden.

Neuigkeiten erfuhr das Gremium auch über den Neubau der Mittelbrücke, für den derzeit die Statik erstellt wird. Auf Anraten der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) soll die Rettungsstation nicht, wie ursprünglich geplant, am Kopf der Brücke ihren Platz finden, sondern etwa auf Höhe der Mitte der Seebrücke. Auch das Boot der DLRG soll hier stationiert werden. Die Lebensretter hatten zu weite Wege im Fall eines Einsatzes befürchtet. Die Übersicht gehe durch die Verlagerung nicht verloren, da die Hauptüberwachung von der oberen Station aus stattfinde, sagte Koch. „Von der Dachfläche haben die Retter den gesamten Strand im Blick.“ Die Schwimmstege, ebenfalls auf dem Wunschzettel des Ausschusses, erfahren auch eine kleine Änderung. Diese müssten bei Sturm gesichert werden und sollen nun über kleine Kräne, die mit Handwinden betrieben werden, bei Bedarf auf ein sicheres Höhenniveau gebracht werden können.

Schließlich ging Ulrich Koch noch einmal auf das Strandkonzept ein, das ohne Sand keinen Sinn ergebe. Davon aber gebe es am gesamten Wyker Strand immer weniger und daran werde sich nach derzeitigem Stand vorerst auch nichts ändern. Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) verweise auf die Spundwände am gesamten Wyker Strand, somit sei der Deichfuß gesichert. Über Jahre hatte der Hafenbetrieb den Sand mit Raupen aufgeschoben. Die Genehmigung für diese Arbeiten werde aber nur noch im Abstand von einigen Jahren erteilt. Für die nächsten zwei Jahre sei eine Sandaufschiebung nicht möglich, sei von den zuständigen Stellen klar signalisiert worden.

Der Status Quo ist zumindest alarmierend, sagte Koch, „unser Strand ist vielleicht schon 60 bis 80 Meter kürzer. Und im vergangenen Jahr haben wir nur Sand von A nach B gefahren. Von den Brücken, wo er sich sammelt, oder den Bunen wurde er an Stellen gefahren, wo wir ihn brauchen“. Den Ausschussmitgliedern riet Ulrich Koch, nach Alternativen zu suchen. Die seien dringend nötig, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

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