In Alkersum : Zimmer frei für Föhrer Maler

Freuen sich über den Zuwachs: Volkert Faltings (l.) und Joachim Taege.
Freuen sich über den Zuwachs: Volkert Faltings (l.) und Joachim Taege.

Das Wirken und Werken des in Oldsum geborenen Oluf Braren wird in der Ferring-Stiftung auf besondere Weise gewürdigt.

shz.de von
05. Juni 2018, 12:30 Uhr

„Damit wäre die Ferring-Stiftung die einzige Institution, in der Oluf Braren so konzentriert erfasst und zugänglich ist:“ Professor Volkert Faltings als Vorsitzender der Stiftung freut sich über den „Zuwachs“, das neu entstandene Oluf-Braren-Zimmer.

Mitarbeiter Joachim Taege und seinem ausgeprägten Forschergeist ist es zu verdanken, dass Wirken und Werken des Föhrer Malers Braren (1787-1839) in einer ausgearbeiteten Dokumentation vorliegen und auf einer zentralen Informationsplattform digital erfasst sind. Außerdem werden jedem Besucher sofort einige reproduzierte Werke in Originalgröße ins Auge fallen, die einen Eindruck geben von Brarens Vielfältigkeit. Tierzeichnungen, Volkslebenbilder, Porträts, Porträt-Miniaturen, mythologische und religiöse Motive finden sich in seinem Gesamtwerk.

Spannend und für das 18./19. Jahrhundert sehr außergewöhnlich ist das Leben des in Oldsum geborenen Malers, der eigentlich den Beruf des Schmieds erlernen sollte. Doch der eigensinnige junge Mann liebte die Literatur, erlernte autodidaktisch durch Lesen den Lehrerberuf, der ihn nach Sylt und wieder zurück auf seine Heimatinsel führte. Autodidaktisch erlernte er auch das Zeichnen und Malen und fertigte unter anderem, wohl für den Naturkundeunterricht seiner Schüler, detailgetreue Tierzeichnungen an.

Seine Ehe mit der Sylterin Merret Wilhelms blieb kinderlos, aus seinem Verhältnis mit der Hedehusumerin Ing Peter Matzen gingen zwei uneheliche Kinder hervor. In seiner sittenstrengen Umgebung verlor Braren Ansehen und Stellung. Allein das Wohlsinnen des Pastors Richard Simon Petersen ermöglichte ihm eine Stelle als Hilfslehrer mit nur einem Drittel seines bisherigen Einkommens.

Die Porträts, die er auf Bestellung anfertigte, dürften zur Aufbesserung seines Lohnes gedient haben, mutmaßen Faltings und Taege.

Seine Friedhofsführungen in Süderende führten den rührigen Taege auch stets zum Grabstein des Malers Braren und weckten in ihm den Forschergeist, mehr über den Föhrer Künstler und naiven Maler herauszufinden. Sehr hilfreich war, dass die Oldsumerin Carina Nickelsen, die heute mit ihrer Familie in dem alten Braren-Hof lebt, Taege eine Vielzahl von Bildern in Form von Fotos überließ. Dennoch sind viele Werke Brarens verschwunden, entweder beim Brand des Altonaer Museums, in dem einige Bilder aufbewahrt waren, oder auf unerklärliche Weise.

Umso wertvoller ist der kleine Raum in der Ferring-Stiftung nun, der dank der Unterstützung des Museums Kunst der Westküste die Repliken in entsprechender Rahmung präsentieren kann.
Besichtigt werden kann das Braren-Zimmer dienstags von 10 bis 11.30 Uhr; unter
✆ 04681/741200 sind Führungen nach Voranmeldung ebenfalls möglich.

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