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Hobby-Archäologen im "Rummelloch" : Zeugnisse des Untergangs: Knochen und Brunnen im Watt

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Die Heimat-Forscher Robert Brauer und Gerd Walter Sievert sprechen von einer erfolgreichen Exkursion: Sie haben vor Pellworm unzählige Tierknochen und Brunnen-Reste entdeckt.

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erstellt am 15.Jul.2009 | 07:14 Uhr

Nordfriesland | Von Erfolg gekrönt war eine archäologische Untersuchung von Resten der 1634 untergegangenen Insel Strand beim Priel "Rummelloch" vor Pellworm. Geleitet hatten die Gruppe von Heimatforschern die Hobby-Archäologen Robert Brauer und Gerd Walter Sievert.

Zunächst war das Watt auf Höhe der ehemaligen Ortschaft Osterwold angesteuert worden. Der vermutliche Ortskern ist dort versandet. Allerdings fanden sich Gräben- und Warftfragmente sowie andere Siedlungsspuren. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Suche nach Resten des Hohen Deiches: der Verlängerung des Moordeiches. In den vergangenen Monaten waren bereits verschiedene Teilstücke entdeckt worden. Robert Brauer: "Wir haben zwar ein Fragment finden können, das nach Ausrichtung und Lage sehr gut zum Hohen Deich passen könnte. Leider ist es für ein Deichstück zu schmal und wir werden weiter suchen müssen." Der Hohe Deich trennte den Großen Koog vom Hagebüller Koog der ehemaligen Insel Strand.
"Verzweifelt gegen das Meer gekämpft"

Im Beiboot wurde dann ein Priel überwunden und die Forscher-Gruppe machte eine grausige Entdeckung: In einem großen Trümmerfeld fanden sich unzählige Knochen. "Als ich die Stelle fand, war noch nicht so viel zu sehen - die Frühjahrsstürme haben alles frei gespült. Verschiedene Tierknochen konnten sicher zugeordnet werden", erklärte Robert Brauer - und Gerd Walter Sievert ergänzt: "Man hofft immer, dass es keine Menschenknochen sind. Hier kann man erkennen, dass der Name Man dränke zu Recht vergeben worden ist. Es ist traurig, das zu sehen."

Beeindruckend war für beide der Fund eines gemauerten Brunnens zwischen acht Sodenbrunnen. Außerdem fanden sich große Strukturen, die wie Sicherungen des Warftkörpers anmuten. Robert Brauer: "Wenn sich unsere Vermutungen bewahrheiten, dann haben die Menschen hier verzweifelt gegen das Meer gekämpft."

Da die örtlichen Bezugspunkte dürftig sind, ist die Zuordnung eines Fundes draußen im Watt schwieriger als in Bereichen, die näher an den heutigen Inseln gelegen haben. Die Auswertung der GPS-Ergebnisse durch "Kollegin" Cornelia Mertens lassen es zu, die Funde dem Hagebüller Koog nahe dem historischen Ort "Bupsee" zuzuordnen. Dort wird die untersuchte Hofstelle wahrscheinlich gelegen haben.

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