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Föhr : Zelt-Abenteuer mit Pfeil und Bogen

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Rund 85 Teilnehmer stillten ihre Sehnsucht nach Gemeinschaft und feierten den 20. Stammesgeburtstag der Föhrer Pfadfinder.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 08:13 Uhr

Föhr | Dass es häufig mehr auf die vielen kleinen Schritte in eine gemeinsame Richtung ankomme, als auf einzelne große Köpfe, hatte Pastor Dirk Jeß gepredigt. Anlass war der 20. Stammesgeburtstag der Föhrer Pfadfinder, zu dem rund 170 Füße ein Lager auf die Beine stellten. Dazu gesellten sich bei ihrem "Tag der offenen Kohte" zahlreiche Fremde und Verwandte, um sich das Lager mit eigenen Augen anzusehen.

Ein bisschen Mut gehörte offenbar schon dazu, in Süderende die Stichstraße zu verlassen und sich hinter den Büschen zwischen die Schwarzzelte zu begeben. Selbst Pfeil und Bogen zu spannen und tapfer das Stockbrot über die Glut statt direkt in die Flammen zu halten, trauten sich vor allem die jüngsten Besucher. Die Erwachsenen dagegen erkundeten die Fotowände oder schauten den Pfadfindern beim Musizieren und Tanzen zu. "Alle auf dieser Wiese sind so einfach und freundlich miteinander beschäftigt. Das ist schon etwas Besonderes", staunte dabei eine Besucherin.

Dann kamen doch noch die neugierigen Fragen. Danach, ob nicht die Eltern die Hauptengagierten bei einer solchen Veranstaltung seien, warum man auf Föhr mit sechs Jahren noch kein Pfadfinder-Wölfling werden könne oder wo denn eigentlich das Lager-Klo sei. Die Föhrer Jugendlichen erzählten gerne, malten mit dem Finger Reiserouten auf einer Europakarte nach und präsentierten Fotos und Lieder, die sie von ihren Fahrten mitgebracht hatten.

Mittendrin fanden sich doch noch drei erkennbar Erwachsene, die den jungen Insulanern bei ihrer Gruppenarbeit im Hintergrund den Rücken stärkten: Ihr Pastor Dirk Jeß und das Gründerehepaar Gisela und Ulrich Sewing. Alle drei gestanden bereitwillig ein, die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Zeltabenteuern genauso teilen zu können. Da kam das Jubiläumslager für die Pfadfinder gerade richtig, um danke zu sagen und selbst ein wenig beeindruckt auf die vergangenen 20 Jahre zurückzublicken.

Wer in seiner Teenagerzeit in den frühen 1990-er Jahren die ersten Westerlandföhrer zu Gruppenstunden ins Pastorat eingeladen hatte, brachte nun Frau und Tochter mit in das Lager. Zelte, die einst den ganzen Stamm Vega beherbergen konnten, wurden heute nur noch zusätzlich zu den neun bereits stehenden Kohten aufgebaut, um auch die Älteren, die nicht auf mehr auf Föhr wohnen, wieder auf der Lagerwiese willkommen heißen zu können.

Was über Generationen bleibt, sind wohl die zeitlosen Knotenanleitungen an der Hüttenwand, die Lust an Geländespielen in der Marsch und die vier roten Kreuze, die schon jetzt im Kalender für das kommende Jahr stehen: Pfingsten, zu Hause auf der Lagerwiese in Süderende.

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