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Jubiläums-konzert : Zeitreise nach Lambaréné

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

100 Jahre ist es her, dass Albert Schweitzer das Urwaldhospital in Gabun gründete. Dem Friedensnobelpreisträger zu Ehren wurde in der St.-Nicolai-Kirche ein Konzert veranstaltet.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 08:00 Uhr

„Das große Bach-Buch von Albert Schweitzer habe ich mir als Jugendlicher jahrelang gewünscht, bis ich es zu meinem 15. Geburtstag endlich bekam“, begann Martin Bruchwitz seinen Vortrag mit einer persönlichen Note. Zum 100. Jahrestag der Gründung des Urwaldhospitals in Lambaréné durch Albert Schweitzer hatten Birgit Wildeman und Martin Bruchwitz zu einem Orgelkonzert in die Boldixumer St.-Nicolai-Kirche geladen.

Dass Albert Schweitzer nicht nur Arzt, Theologe, Philosoph, Pazifist und Missionar, sondern auch Musikwissenschaftler war, ist weithin unbekannt. Unterlegt mit Zitaten aus dessen Werken skizzierte Martin Bruchwitz zu Beginn des Abends die erstaunliche musikalische Laufbahn des Friedensnobelpreisträgers. Bereits mit fünf Jahren erhielt dieser seinen ersten Musikunterricht, mit neun Jahren begleitete er als Organist seine erste Messe. Später vertiefte das Multitalent sein Orgelstudium bei dem Komponisten Charles-Marie Widor in Paris. 1908 veröffentlichte er ein umfassendes Buch über die Werke von Johann Sebastian Bach, das bis heute als Standardwerk der Bachliteratur gilt.

Selbst in Lambaréné spielte Albert Schweitzer nach der Arbeit im Hospital auf einem eigens gebauten, tropenfesten Klavier mit Orgelpedal. Auf diesem Instrument übte er auch für seine Schallplattenaufnahmen und Orgelkonzerte, deren Erlös dem Urwaldhospital in Gabun zugute kamen. Insgesamt trat Schweitzer in 487 öffentlichen Orgelkonzerten auf, das letzte davon spielte er im hohen Alter von 80 Jahren.

Die innige Bach-Beziehung von Albert Schweitzer nachempfindend, spielte die Konzertorganistin Birgit Wildeman im Anschluss eine Auswahl von Bach-Werken. Nach dem Präludium in Es-Dur (BWV 552) und der Fuge in a-Moll (BWV 543) folgten drei Orgelchoräle aus Bachs Orgelbüchlein.

Durch die unmittelbare Abfolge des anschaulichen Vortrages von Martin Bruchwitz und der gefühlvollen Bachintonation Birgit Wildemans gelang mühelos die Zeitreise zurück zum Beginn des vorigen Jahrhunderts, in das Urwaldhospital von Lambaréné. Mit der bekannten Toccata in d-Moll (BWV 565) und der Fuge in Es-Dur (BWV 552) ging ein bemerkenswerter Abend zu Ende.

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