Beim Seebad-Jubiläum : Zeitreise ins Mittelalter

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Wie bei den Feierlichkeiten zu „300 Jahre Fleckengerechtigkeit“ soll wieder ein historischer Marktplatz Vergangenheit zum Leben erwecken.

Wie bei den Feierlichkeiten zu „300 Jahre Fleckengerechtigkeit“ soll wieder ein historischer Marktplatz Vergangenheit zum Leben erwecken.

Historischer Markt beim Friesenmuseum: Handwerker, Gaukler und Musikanten kommen.

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11. Juli 2019, 16:25 Uhr

Wyk |  Als Wyk im Sommer 2006 mit einer großen Festwoche das Jubiläum  „300 Jahre Fleckengerechtigkeit“ feierte, war einer der Höhepunkte ein großer Mittelaltermarkt auf dem Rathausplatz. Stände mit Gewürzen und Spezialitäten  aus aller Welt und wunderschönem Kunsthandwerk  sowie Gaukler und Musikanten begeisterten damals die Besucher.

Ausflug in ganz alte Zeiten

Nun wird das 200. Jubiläum des Seebads gefeiert, und auch wenn die Seebadgründung weit nach dem Mittelalter erfolgte, die Gaukler und Marketender kommen wieder  und werden vom 15. bis 18. Juli in ganz alte Zeiten entführen.  Ihre Stände und Buden werden sie dieses Mal allerdings nicht auf dem Rathausplatz, sondern auf dem Gelände des Friesenmuseums aufbauen. Dort wird es dann  täglich von 11 bis 21 Uhr historisches Markttreiben sowie  Kulturprogramm mit Gaukelei und Musik geben.

Spezereien aus aller Welt

Beim historischen Handwerkermarkt rund ums Museum stellen  mehr als ein Dutzend Handwerker und Krämer ihre Zelte und Hütten auf: Der Schmied schlägt das Eisen am glühenden Feuer, die Filzerin fertigt wärmende Pantoffeln für den kommenden Winter, die Edelstein- und Schmuckhändler bieten Zierrat an. Bei der Töpferin kann an der Drehscheibe selbst Hand angelegt werden, die Schreibstube fertigt Pergamente und Urkunden  und bei den Bogenbauern können sich die Kinder selbst einen Bogen fertigen. Weit zurück in die Zeit können die Besucher beim Knochenschnitzer blicken – aus Gebein fertigt er Zierrat, Nadeln und Knöpfe. Beim friesischen Salzhändler kann man  der Salzgewinnung nach alter Weise beiwohnen und allerhand Wissenswertes erfahren. Bei den Kräuter- und Gewürzkrämern werden Spezereien und Weihrauch aus aller Welt gehandelt. Auf dass niemand Hunger oder Durst hat, gibt es an der Taverne  Bier und beim Garbräter  leckere Speisen. Auch eine  „Süßkrämerey“ ist zugegen, um für den Nachtisch zu sorgen.

Harfe und Flötenspiel

Für  Unterhaltung sorgen Musikanten und Gaukler von der Bühnenmitte und auf dem Platz. Das Duo „Lán de Rún“ lädt mit Harfe und Flötenspiel  auf eine Reise ins  zwölfte bis 18 Jahrhundert. Giacomo und Fogelvrei lassen Dudelsack und Drehleier erklingen und neben Polka und Mazurka bringen sie auch Lieder des schwedischen Dichters Carl Michael Belman aus dem 18. Jahrhundert und manch derbe Trink- und Spiellieder aus alter Zeit zu Gehör.

Als Gaukler hat Tumalon die Schwerkraft überlistet – obgleich von der Natur nur mit zwei Händen ausgestattet, weiß er mehr als vier Gegenstände zugleich in der Luft zu halten.  Den ganzen Tag soll das  Programm für  Unterhaltung für Jung und Alt sorgen.

Beginnen wird das historische Fest täglich um 11 Uhr, um die Mittagsstunde wird zur zeremoniellen Markteröffnung gerufen, um 16 Uhr  gibt es einen Tanz der Marktleute und zum fulminanten Abschlussspektakel sind um 20 Uhr  noch einmal alle Künstler bei einem gemeinsamen Programm auf der Bühne zu erleben.

Das Fest wird gewiss zu einem der glänzenden Höhepunkte der 200-Jahr-Feier. Andreas Miler, Veranstaltungsleiter
 

„Das Fest wird gewiss zu einem der glänzenden Höhepunkte der 200-Jahr-Feier“, sagt Veranstaltungsleiter Andeas Miler. „Empfohlen ist, die stinkenden Kutschen zu Hause zu lassen, und auf Schusters Rappen, dem hohen Ross oder mit dem Stahlross anzureisen. So wird die Zeitreise mit allen Sinnen erfahrbar – denn vor 200 Jahren gab es noch keine Autos“, so Miler.

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