auf Föhr : Zahlen, Fakten, Lesestoff

Uta Marienfeld von der Ferring-Stiftung hat das Projekt begleitet.
Uta Marienfeld von der Ferring-Stiftung hat das Projekt begleitet.

Großes Gemeinschaftswerk: In der Alkersumer Dorfchronik wurde viel Wissenswertes über den Ort zusammengetragen.

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26. April 2018, 12:00 Uhr

„Wenn de Olen anfangen to fertelln, staunen de Jungen“, sagt Johannes Siewertsen, Bürgermeister der Gemeinde Alkersum, und lacht, wenn er von der Entstehung der Alkersumer Dorfchronik erzählt. Als nämlich vor über zehn Jahren auf Initiative von Herbert Elvert und des inzwischen verstorbenen Arfst Arfsten so eine Chronik entstehen sollte, traf sich regelmäßig eine Gruppe Interessierter, um voller Tatendrang ans Werk zu schreiten. Und so fingen die Dorfältesten an zu erzählen und die jüngeren Bewohner hörten fasziniert und beeindruckt zu.

Diese Sitzungen waren zwar sehr schön, aber nicht so recht produktiv. Die Suche nach einem Konzept führte die Verantwortlichen schnell zur Ferring-Stiftung, die ebenfalls im Dorf beheimatet ist. Besonders Uta Marienfeld ist es zu verdanken, dass aus losen Blattsammlungen, Fotos und Ideen ein Buch wurde mit einem sehr ansprechenden Layout. Dieses Buch sei eine besondere Herausforderung gewesen, schmunzelt Marienfeld, da so viele unterschiedliche Personen daran beteiligt waren. Genau das mache aber auch den Charme der Chronik aus, ergänzt sie, denn im ersten Teil des Buches kämen unterschiedliche Dorfbewohner zu Wort, die sich mit der Geschichte, der Landwirtschaft, der Kultur oder den Vereinen auseinander gesetzt hatten. Und wer die Personen kenne, werde beim Lesen der Geschichten ihre Stimmen hören und sie neben sich stehen fühlen.

Herbert Elvert und Hans Lorenz Ingwersen nahmen systematisch Daten der Bewohner auf und forschten in Archiven und genealogischen Aufzeichnungen, während Johannes Siewertsen und Erik Braren Texte überarbeiteten und das Bildmaterial mit dem des verstorbenen Wilhelm Ellermann, das in der Ferring-Stiftung archiviert wird, ergänzten.

Karl-Heinz Juhl und Johann Olufs, beide „alte Dorfhasen“, sind Urheber mehrerer Texte, aber auch viele andere Dorfbewohner trifft man auf dem literarischen Streifzug durch die Gemeinde. Man kann sie gar nicht verfehlen, denn im zweiten Teil des Buches sind alle Häuser und ihre Bewohner aufgelistet und, so denn Aufzeichnungen vorhanden waren, auch die Vorbesitzer, Lebensdaten dieser und diverse Anekdoten.

Wie erwartet, war das Interesse an dem „Jahrzehnt-Werk“ bei der Präsentation in „Grethjens Gasthof“ sehr groß. „Es waren sicher mehr als 200 Personen da“, schätzt Marienfeld und verrät: „Ich gehe jetzt mit ganz anderen Augen durchs Dorf.“

„Alkersum auf Föhr – Ein nordfriesisches Inseldorf und seine Geschichte“ ist in der Husum Druck- und Verlagsgesellschaft erschienen und ab sofort im Buchhandel, in der Ferring-Stiftung und im Online-Shop der Stiftung erhältlich.


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