Tipps vom Profi : Wyks neuer Jugendtreff

Ein Skaterpark wie dieser in Hörup könnte beim Wyker Schulzentrum entstehen.
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Ein Skaterpark wie dieser in Hörup könnte beim Wyker Schulzentrum entstehen.

Bauausschuss informierte sich darüber, wie eine Skaterbahn aussehen könnte. Politiker haben Gelände bei der Sporthalle im Blick.

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16. Januar 2018, 13:30 Uhr

Schon seit einem Jahr stehen im Wyker Haushalt 100 000 Euro für einen Mehrzweck-Parcours bereit, mit dem Ersatz für die unattraktive Skate-Anlage beim Schulzentrum geschaffen werden soll. Doch wo, und vor allem wie, das blieb unklar. Inzwischen zeichnet sich ein Standort bei der Sporthalle ab – vorausgesetzt das Amt als Grundstückseigentümer gibt grünes Licht. Und seit der jüngsten Bauausschuss-Sitzung haben die Wyker Politiker nun auch eine Vorstellung davon, was dort entstehen könnte.

Die hatte den Ausschuss-Mitgliedern ein Experte gegeben. Arne Fiehl fährt seit 30 Jahren Skateboard, war lange Chefredakteur eines Skater-Magazins und konzipiert seit zehn Jahren professionell Skateparks aus Beton – weltweit, und im Norden Schleswig-Holsteins. Der 42-Jährige, dessen Bruder auf Föhr lebt, hatte einige Beispielfotos mitgebracht, damit sich die Ausschussmitglieder ein Bild davon machen konnten, wie eine Anlage aussehen könnte, die keine Eintagsfliege ist, sondern Jugendliche auch noch in zehn Jahren anspricht. Denn Skateboarding, das ab 2020 sogar olympische Disziplin ist, habe Zukunft, davon ist Arne Fiehl überzeugt.

„Mein Ziel ist es, das Maximale aus dem zur Verfügung stehenden Geld herauszuholen, damit eine Anlage auch in 20 Jahren noch funktioniert“, sagte er und musste auf Nachfragen aus dem Ausschuss einräumen, dass für so eine Anlage die im Wyker Haushalt bereitstehenden 100 000 Euro nicht ausreichen würden. Doch es gebe viele Möglichkeiten, Geld zu sparen, durch Sponsoring etwa, aber auch dadurch, dass die Jugendlichen, die die Anlage später nutzen, mit ins Boot geholt werden. „Wir bauen billiger, wenn die Kids mit anpacken, und die passen nachher dann auch besser drauf auf“, berichtete er von entsprechenden Erfahrungen in anderen Gemeinden.

Und erzählte dann noch, wo er sich den idealen Skaterpark vorstellt – nicht, wie auch in Wyk geplant, irgendwo am Rand, sondern mitten in der Stadt. So wie in einer Gemeinde in der Normandie, wo er eine Skate-Anlage auf einem zentralen Platz realisiert habe, neben einem Spielplatz und einer Boulebahn. „Da ist immer Leben“.

Doch daraus wird in Wyk wohl nichts. Kurz wurde zwar im Ausschuss diskutiert, ob die Anlage vor der Schule, und nicht bei der Sporthalle gebaut werden soll. „Da sind wir früher schon gefahren“, freute sich Till Müller (Grüne). Doch gegen diesen Standort habe die Schule Einwände, berichtete sein Parteikollege Michael Lorenzen. Die Lehrer hätten Bedenken, dass der Lärm der skatenden Jugendlichen den Nachmittagsunterricht in der Eilun-Feer-Skuul stören könnte. „Die Schule favorisiert deshalb einen Standort zwischen Hausmeisterhaus und Sporthalle“, berichtete er. „Wir sollten das jetzt nicht auf die lange Bank schieben, sondern in Angriff nehmen, solange das Gelände umgebaut wird“, so das Fazit der Ausschuss-Vorsitzenden Silke Ofterdinger-Daegel (KG).

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