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Insel-Bote

18. August 2017 | 17:03 Uhr

Seit 1929 : Wyks ältester Stammgast

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gisela Eymer hält ihrer Ferieninsel seit 85 Jahren die Treue. Und nicht nur das: Sie steigt auch seither immer im selben Quartier ab.

Mit eineinhalb Jahren kam Gisela Eymer das erste Mal mit ihren Eltern nach Föhr. Das war 1929. Seitdem ist sie jedes Jahr wieder gekommen, also seit nun 85 Jahren Stammgast auf der Insel. Ihre erste Erinnerung an den Föhr-Urlaub reicht zurück in ihr viertes Lebensjahr. Die Familie stieg damals immer im „Haus Nickelsen“ ab, dem jetzigen Appartementhaus „Graf Luckner“, das direkt am Wyker Südstrand liegt. Diesem Urlaubsdomizil ist die 86-Jährige bis heute treu geblieben.

Die Erinnerungen sprudeln nur so aus der rüstigen Dortmunderin heraus, wenn man sie nach Föhrer Urlaubserlebnissen fragt. Sie berichtet von Lebensmittelkarten, die sie in der Nachkriegszeit oft mitbringen mussten, und davon, dass alle ankommenden Gäste des Hotels „Graf Luckner“ am Hafen empfangen wurden, „mit Badelaken, mit denen wir sie winkend begrüßten und später auch wieder verabschiedeten. Und unser kleiner Sohn spielte dabei auf dem Akkordeon zum Empfang“. Da war aus der kleinen Gisela, die mit wackligen Schrittchen über den Wyker Strand tapste, längst die erwachsene Gisela Eymer geworden, die mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann, ihren drei Kindern und später auch mit drei Enkelkindern weiterhin regelmäßig nach Föhr fuhr.

„Die Schiffe waren anfangs noch sehr klein“, erinnert sie sich, „die Autos mussten auf der Fähre zwischen den Kühen parken“. Die gemütliche Atmosphäre auf der Insel und die gute Luft seien ausschlaggebend für die vielen Aufenthalte auf Föhr gewesen, sagt Gisela Eymer, die die Insel als als zweite Heimat ansieht. „Meine drei Söhne sind hier quasi groß geworden“, betont sie. Noch heute, so sagt Gisela Eymer, erinnern sich die Kontrolleure am Dagebüller Hafen an sie.

Die 86-jährige hat schon sehr viel von der Welt gesehen und oft weite Reisen unternommen. Dennoch ist Föhr ihr Lieblingsort geblieben. „Ich mache hier Aktiv-Urlaub“, berichtet sie. Und tatsächlich fährt die Seniorin noch mit dem Fahrrad und schwimmt jeden Tag in der Nordsee. Nach wie vor reist sie mit dem Auto an, seit zehn Jahren wird sie von ihrer Freundin Inge Schumann begleitet.

Die beiden Dortmunderinnen besuchen regelmäßig Konzerte und Vorträge auf der Insel, sind in Museen und Ausstellungen anzutreffen. „Die Insel hat sich in den 85 Jahren, seitdem ich hierher komme, sehr verändert“, stellt Gisela Eymer fest, „aber die gute Luft und die herzliche Atmosphäre sind geblieben“.

Für ihre ganz besondere Treue zur Insel Föhr wurde die rüstige alte Dame von Harald Behrens von der Föhr Tourismus GmbH mit einem großen Präsentkorb, einem Blumenstrauß und einer Urkunde geehrt.

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