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Schutz-Massnahmen : Wyker Ortsbild muss erhalten bleiben

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mehrheit im Bauausschuss: Erhaltungssatzung soll das Wohngebiet am Berliner- und Hamburger Ring schützen.

von
erstellt am 03.Jun.2016 | 12:30 Uhr

Braucht das Wohngebiet Berliner-/Hamburger Ring eine Erhaltungssatzung? Diese Frage wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses kontrovers diskutiert. Hintergrund: Wiederholt hatten Anwohner Anträge gestellt, mit Dachsanierungen oder Wanddämmungen das Erscheinungsbild entgegen dem geltenden Bebauungsplan verändern zu wollen. Hier sei die Erhaltungssatzung mit einem Genehmigungsvorbehalt ein zusätzliches planungsrechtliches Instrument zu den Vorgaben, die im B-Plan ohnehin festgeschrieben seien, betonte Bauamtsmitarbeiter Ulrich Schmidt. Zudem ist derzeit der Abriss eines Gebäudes genehmigungsfrei, jeder Eigentümer kann sein Haus wann immer er will abreißen. Eine Erhaltungssatzung würde die Zustimmung der Stadt voraussetzen.

Kein Argument für die SPD, die sich klar gegen die Überlegung aussprach. Befürchtet wird, dass durch eine solche Satzung energetische Sanierungen verhindert werden könnten. Eine Absicht, die aus der Vorlage deutlich hervorgeht, befand Thomas Löwenbrück. Im Fremdenverkehr wolle man sich vom Charme der 1970-er Jahre befreien, die Einwohner aber sollten sich genau diesen Charme bewahren, „damit die Touristen durch das Musuemsdorf gehen können“.

Widerspruch kam von den anderen Parteien, auf den Punkt brachte es Ulrich Schmidt. Sanierungen oder Modernisierungen seien sehr wohl möglich. Die Erhaltungssatzung ergänze lediglich die Festlegungen im Bebauungsplan. „Und das heißt ja nicht, dass nicht saniert werden darf. Es heißt nur, dass für die eine oder andere Maßnahme eine Alternative gesucht werden müsste.“

Auch ein weiteres, von Annemarie Linneweber (SPD) vorgebrachtes Argument konnte die Runde nicht überzeugen. Der Berliner- wie der Hamburger Ring, so Linneweber, lägen weitab vom Innenstadtbereich und würden nicht von Touristen frequentiert. Der Umkehrschluss jedoch, dass das Wohngebiet deshalb nicht erhaltenswert wäre, fand in der Runde keine Gegenliebe. Es sei nicht ratsam und in der Vergangenheit auch nicht praktiziert worden, Erhaltungssatzungen auf den Innenstadtbereich zu beschränken, betonte Till Müller (Grüne). „Ein ansprechendes Ortsbild muss nicht nur für die Gäste, sondern auch für die einheimische Bevölkerung erhalten werden.“ Zustimmung kam von der CDU. Dem Wohngebiet läge ein Konzept zugrunde, hier werde noch Nachbarschaft gepflegt und es ginge auch darum, die Anwohner zu schützen, betonten Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen und Lars Schmidt unisono.

Dass auch der Millieuschutz eine Rolle spiele, erläuterte die Ausschussvorsitzende Dr. Silke Ofterdinger-Daegel. Insbesondere bei einer beantragten Nutzungsänderung von Dauer- zu Ferienwohnungen. Mit acht Ja-Stimmen sprach sich der Ausschuss schließlich gegen drei SPD-Stimmen für den Aufstellungsbeschluss und die Festlegung der Planungsziele aus.

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