Großer Bahnhof für die Sänger : Wyker Barden in Feierlaune

Die Sänger wollen weitermachen, kämpfen aber mit Nachwuchsproblemen.
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Die Sänger wollen weitermachen, kämpfen aber mit Nachwuchsproblemen.

Besonderes Jubiläum: Vor 150 Jahren wurde der Männergesangverein Concordia gegründet.

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14. Mai 2018, 12:30 Uhr

„Bei unserer Mitgliederversammlung 2014 haben wir den Beschluss gefasst, so lange weiterzusingen, bis wir unser Jubiläum erreichen. Die Feier zum 150-jährigen Bestehen haben wir nun geschafft.“ Gert Binder, der Vorsitzende des Wyker Männergesangvereins (MGV) Concordia von 1868, hatte bei der Jubiläumsfeier am Sonnabend allen Grund, stolz zu sein. Die Wyker Concorden sind der älteste Verein auf Föhr, und das zu würdigen, waren der stellvertretende nordfriesische Kreispräsident Siegfried Puschmann sowie Vertreterinnen und Vertreter des schleswig-holsteinischen und des nordfriesischen Sängerbundes auf die Insel gekommen. Auch Amtsvorsteherin Heidi Braun und Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen waren als Gratulanten im Wyker Kurgartensaal erschienen. Gert Binder konnte auch mehrere ehemalige Sänger begrüßen, darunter Simon Braren, der 50 Jahre lang die Kassen des MGV verwaltet hatte.

Sie ließen sich nicht nur beglückwünschen, sondern trugen selbst einen großen Teil zur Gestaltung des Vormittags bei: Die zehn Aktiven im Alter zwischen 65 und 82 Jahren, die unter Leitung ihres Dirigenten Martin Bruchwitz einen Querschnitt ihres Repertoires darboten.

Dass sich die Reihen der Sänger wieder füllen und der MGV Concordia noch eine Zukunft haben möge, wünschte Siegfried Puschmann, der die Glückwünsche des Kreises Nordfriesland übermittelte. „Mit acht Millionen Mitgliedern sind die deutschen Chöre und Musikvereine eine Volksbewegung, die sogar noch den Fußballbund übertrifft“, hob Puschmann hervor, der davon berichtete, dass bereits Aristoteles das Wesen der Musik als Freudespenderin charakterisiert habe. „Musik hält gesund, befreit und hilft Aggressionen abzubauen. Und sie stärkt die emotionale und soziale Kompetenz.“ In diesem Sinne müsse es ein Anliegen sein, dass schon im frühen Kindesalter musiziert wird.

Waltraud Grapentin, die Geschäftsführerin des Sängerbundes Schleswig-Holstein, blickte auf das Gründungsjahr des MGV zurück und verwies darauf, dass 1868 unter anderem auch Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ Uraufführung hatte und auch die Tabasco-Sauce kreiert wurde. Sie würdigte den 150 Jahre andauernden Zusammenhalt des Chores mit einer Ehrenurkunde und hatte zusätzlich eine Reihe von Ehrungen für langjährige Mitglieder mitgebracht. Ausgezeichnet wurden Gert Binder für 60-jährige, Jürgen Jöns für 50-jährige, Hartwig Bonken und Walter Bahnsen für 40-jährige, Broder Sönnichsen für 25-jährige sowie Walter Schultz für 15-jährige Sangesaktivitäten.

Nach den Grußworten des Amtes Föhr-Amrum, der Stadt Wyk und der insularen Tourismusvereinigungen trat mit Johannes Hahn der Vorsitzende des Nordfriesischen Sängerbundes an das Rednerpult. Hahn verwies darauf, dass der Sängerbund sogar noch ein Jahr älter ist als der MGV Concordia. Auch er hob die Freude am gemeinsamen Singen hervor, bei dem Glückshormone freigesetzt würden. „Es macht Spaß, für das öffentliche Singen zu üben“, meinte Hahn, und wünschte dem MGV, „dass sich wieder mehr Mitglieder einfinden mögen“. Diesem Wunsch schloss sich Gert Binder mit einem Appell an alle Sangesfreudigen an, sich dem MGV anzuschließen. „Unser Ziel ist es, den MGV für die nächsten Generationen weiterzuführen“, so der Vorsitzende.

Dem offiziellen Fest, an dessen Gestaltung auch Monika Reincke mit ihren Gitarrenschülern und die Kindertrachtengruppe Oldsum unter Leitung von Maja Ketelsen großen Anteil hatten, schloss sich am Nachmittag ein Chorkonzert auf dem Sandwall an, bei dem der Männergesangverein Föhr-West, die Feer Ladies und der MGV Concordia Glückshormone im Publikum verteilten.

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