kegelrobben im wattenmeer : Wurfsaison in der Nordsee hat begonnen

Jungtiere und ihre Mütter haben eine enge Bindung.
Jungtiere und ihre Mütter haben eine enge Bindung.

Auf Helgoland kam bereits der erste Nachwuchs zur Welt. Somit ist nun auch an den Küsten Amrums und Föhrs mit Jungtieren zu rechnen.

shz.de von
26. November 2013, 18:10 Uhr

Die Wurfsaison der Kegelrobben in der Nordsee hat begonnen. Auf Helgoland kam bereits der erste Nachwuchs zur Welt. Somit ist nun auch an den Küsten Amrums und Föhrs mit Jungtieren zu rechnen.

Im vergangenen Winter war Amrum Kinderstube einiger Jungtiere. Die insularen Naturschutzvereine zählten und, wenn nötig, bewachten insgesamt sechs junge Kegelrobben und deren Mütter. Um Weihnachten konnten direkt am Norddorfer Strandübergang gleich zwei Junge mit ihren Müttern und einem Männchen beobachtet werden. Um Störungen der Tiere zu vermeiden, wurde der Bereich abgesperrt und die Mitarbeiter des Norddorfer Naturzentrums ermöglichten neugierigen Besuchern die Beobachtung der Tiere mit Ferngläsern und Fernrohren.

Angereichert wurden die Aktionen mit Informationen zum Leben der Tiere. Da sich die Besucher überwiegend an die Absperrungen hielten, konnten die Tiere ungestört ihre Jungen aufziehen. Die nach einigen Wochen die Insel verließen und ihr eigenständiges Leben begannen.

Auf dem Jungnamensand, einer Sandbank westlich von Amrum, befindet sich die einzige Kolonie im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer. Insgesamt leben im deutschen Wattenmeer derzeit etwa 3000 Kegelrobben. Ihr Nachwuchs kommt im Winter, hauptsächlich zwischen November und Januar, zur Welt. Den Jungtieren, die ein weißes Fell tragen, fehlt während der Stillzeit noch die isolierende Fettschicht, daher meiden sie in dieser Zeit das kalte Wasser. Alle vier bis acht Stunden werden sie gesäugt und nehmen innerhalb der zwei- bis dreiwöchigen Stillzeit bis zu 30 Kilogramm zu. Danach erfolgt der Fellwechsel, und die nun selbstständigen Jungtiere nehmen eine bräunlich-graue Farbe an.

Die Naturschutzvereine weisen darauf hin, dass Kegelrobben gemäß der Gesetze der Europäischen Union, des Bundes und des Landesnaturschutzes zu den besonders geschützten Tieren zählen und daher nicht gestört werden dürfen. Deshalb sollte ein möglichst großer Bogen um die Tiere gemacht werden, wobei der Weg zum Wasser freibleiben muss. Ebenso sollten Hunde, auch zu deren eigenem Wohl, angeleint werden. Bei Funden von Kegelrobbenjungtieren sollten die Naturschutzvereine unverzüglich informiert werden. Auf Amrum sind dies der Öömrang Ferian (Telefon 04682/1635), die Schutzstation Wattenmeer (04682/2718) und der Verein Jordsand (04682/2332), auf Föhr die Schutzstation Wattenmeer (04681/1313).

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