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Insel-Bote

17. Oktober 2017 | 19:54 Uhr

Rabenvögel : Wunderschöne Nervensägen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bei Veranstaltungen der Grünen zu den Krähen auf Föhr gab es kontroverse Diskussionen. Viele Anwohner fühlen sich vom Lärm der Vögel gestört.

von
erstellt am 13.Okt.2014 | 12:30 Uhr

Gleich zweimal hatten die Föhrer Grünen zu einer Informationsrunde zum Thema „Belästigung durch Krähen“ geladen – angeregt durch Renate Sieck, die vielfach auf die Kolonien der zu den Rabenvögeln zählenden Tiere in der Stadt angesprochen worden war. Von vielen Menschen wird der Lärmpegel – insbesondere in den frühen Morgenstunden und am Abend – als störend empfunden, dazu kommen Verschmutzungen durch herabfallenden Kot und Nistmaterial.

Während auf Föhr-Land Rabenkrähen für Unmut bei den Landwirten sorgen, sind die Saatkrähen in Wyk heimisch geworden. Ob die Gegend um den Flugplatz oder einige Bereiche am Südstrand, am Lerchenweg oder dem Wäldchen am Storchengehege: Etliche Anwohner fühlen sich zunehmend belästigt. Wer sich allerdings effektive Lösungsvorschläge erhofft hatte, wurde enttäuscht: „Das Ergebnis war, wie auch die Beteiligung an der zweiten Runde, eher ernüchternd“, so die Bilanz Renate Siecks.

Verwundert ist die Grünen-Politikerin darüber nicht. Zu deutlich hatte sich bereits am ersten Abend abgezeichnet, dass die Palette der Lösungsmöglichkeiten überschaubar ist. „Die Leute haben wohl geahnt, dass nicht das herauskommt, was sie gern hören wollen.“ Wobei nicht immer zwischen Raben- und Saatkrähen unterschieden wurde: Vertreten waren neben Anwohnern auch betroffene Landwirte und die Jägerschaft. Und auch Förster Ole Sieck brachte seine Erfahrungen mit ein. So wurde teilweise kontrovers diskutiert. Beabsichtigt, wie Sieck betont, denn „weder Natur- und Artenschutz noch Eigeninteresse sollten zu kurz kommen“.

Am Ergebnis ändert das wenig, denn die zu den Singvögeln zählende Saatkrähe ist geschützt. Somit ist es verboten, die Tiere zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Ebenfalls nicht erlaubt ist es, ihre Nester während der Brutzeit zu zerstören. Und Vergrämungsmaßnahmen, etwa mit Luftballons oder Lärmklatschen, bringen, wenn überhaupt, nur kurzfristig Erfolg.

Bleibt als einzige Maßnahme, vor der Brutzeit die Nester des Vorjahres aus den Bäumen zu entfernen. Damit allerdings würde das Problem lediglich verlagert werden. Die Vögel wären noch immer da und aus einer geschlossenen Kolonie könnten sogar mehrere neue entstehen.

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