Wyk : Wunderschöne Musik und ein berauschender Höhepunkt

Vor allem die Harfe hatte es vielen Konzertbesuchern angetan.
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Vor allem die Harfe hatte es vielen Konzertbesuchern angetan.

Die Kantorei St. Nicolai führte das „Oratorio de Noël“ von Camille Saint-Saëns auf. Unterstützt wurden die Insulaner von Hamburger Sängern und Musikern.

„Schon beim Betreten der wunderschönen alten St.-Nicolai-Kirche wurde mir ganz warm ums Herz“, meinte eine Besucherin. „Es fühlte sich so heimelig an, die Wärme, der wunderschön geschmückte Tannenbaum und dazu noch der weiche Klang der Harfe.“

Die erklang beim großen Konzert der Kantorei zum Jahresende, bei dem unter der Leitung von Martin Bruchwitz das „Oratorio de Noël“ von Camille Saint-Saëns aufgeführt wurde. Außerdem standen die Ouvertüre aus der Suite in D-Dur von Georg Philipp Telemann und als Höhepunkt der Weihnachtsteil des „Messias“ von Georg Friedrich Händel mit dem „Halleluja“ aus Teil II auf dem Programm.

Kurz vor dem Konzert informierte Martin Bruchwitz das Publikum darüber, dass Julian Redlin aus Kiel für den erkrankten Bass Ralf Grobe nach einem vormittäglichen Telefonat spontan eingesprungen war. Der Einsatz hatte sich gelohnt. Redlin und die anderen Solisten – Pia Salome Bohnert (Sopran), Tiina Zahn (Mezzosopran), Eva Maria Summerer (Alt) und Stephan Zelck (Tenor) – trugen ihre Arien, Duette und weitere Musikstücke konzentriert, stimmgewaltig, aber auch besinnlich vor. Man spürte förmlich ihre Freude am Gesang, mit ihrer Gestik und Mimik unterstrichen sie ihre lateinischen und englischen Texte. Die Energie, die die Sänger versprühten, übertrug sich auf das Publikum, das aufmerksam, in sich gekehrt und neugierig gespannt der gesungenen Weihnachtsgeschichte lauschte. Mit ihren Instrumenten unterstrichen der Organist Thomas Dahl aus Hamburg und das Hamburger Collegium musicum St. Petri mit stimmungsvoller Musik die Texte. Aus Lübeck brachte Irene Aristei ihre Harfe mit, die mit ihrem Klang eine Zuschauerin sehr betörte: „Wie Himmelstöne! Da ging mein Herz auf.“

Wie bereits in den vergangenen Jahren sangen mit den Sängerinnen und Sängern der Kantorei St. Nicolai auch Mitglieder des Hamburger Bachchors St. Petri sowie Gäste und das Rungholt-Ensembles aus Hamburg. Eine großartige Unterstützung, denn die Zahl der aktiven Sängerinnen und Sänger der Wyker Kantorei nimmt stetig ab. Dass es dennoch möglich ist, auf der Insel eine solch anspruchsvolle Musik einzustudieren und dann mit anderen zu präsentieren, ist insbesondere dem Engagement von Martin Bruchwitz zu verdanken, der mit unermüdlichem Einsatz alle Fäden zusammenhält und besonders den Kontakt zu Thomas Dahl pflegt. Dahl ist Erster Kirchenmusiker an der Hauptkirche St. Petri in Hamburg, leitet den Bachchor und das Collegium musicum St. Petri. Bruchwitz und Dahl beraten sich regelmäßig, sodass auf diese Weise immer wieder neue Sängerinnen und Sänger persönlich eingeladen werden können, die gerne das Angebot wahrnehmen, auf der Insel Föhr am Ende eines Jahres zusammen mit der Kantorei zu singen.

Nach fast zweistündiger konzentrierter Darbietung wurde das „Halleluja“ angestimmt. Ein berauschender Höhepunkt. Die Zuschauer sprangen von ihren Plätzen auf und belohnten die Mitwirkenden mit einem euphorischen Applaus, der nicht enden wollte, bis Bruchwitz die Solisten nochmals nach vorne bat und sie aufforderte, als Krönung mit den Chören und Instrumenten das „Halleluja“ als Zugabe erneut vorzutragen. Mit diesem Extra-Höhepunkt, der für viele ein unvergesslicher Moment war, entließ der glücklich und zufrieden strahlende Martin Bruchwitz die Gäste und alle Beteiligten in den Abend und wünschte ein gutes Jahr 2018.

Was am Ende dieses gerade begonnenen Jahres in der Boldixumer St.-Nicolai-Kirche geboten wird, ist noch nicht bekannt. Wer aber Freude am Singen hat und gerne mitsingen möchte, ist der Kantorei und ihrem Leiter willkommen. Immer mittwochs (außer in den Ferien) um 20 Uhr wird in der Jugendkapelle in Wyk geprobt – für zahlreiche Auftritte im Jahreslauf und das traditionelle große Konzert nach Weihnachten.


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