auf amrum : Wohnungen für alle Generationen

Sind auf einem guten Weg: Die Mitglieder der Genossenschaft Üüs aran.
Sind auf einem guten Weg: Die Mitglieder der Genossenschaft Üüs aran.

Die Realisierung des genossenschaftlichen Projektes Üüs aran rückt in greifbare Nähe. Bereits im März könnte der erste Spatenstich erfolgen.

shz.de von
26. Januar 2015, 09:00 Uhr

„Mit unserem genossenschaftlichen Projekt ‚Üüs aran‘ sehen wir für Amrum die große Chance, qualitativ ansprechenden und verlässlichen Wohnraum für Insulaner zu schaffen und dauerhaft für diesen Zweck zu sichern“, zeigt sich Ulf Jürgensen überzeugt und umreißt die Zielsetzung des Projektes in der Mittelstraße in Wittdün(wir berichteten). Mittlerweile ist das Projekt weiter vorangeschritten und aufgrund der Anzahl der eingetretenen Mitglieder wurde eine große genossenschaftliche Struktur erforderlich. Dies sei bei mehr als 20 Mitgliedern der Fall, erklärte Jürgensen, „wenn die rechtlichen Bedingungen einer kleinen Genossenschaft verlassen werden“.

Im Dezember bestellte die Generalversammlung den Vorstand und den Aufsichtsrat. Als vertretungsberechtigte Vorstände stehen nun Heiko Müller, Theda Bieber und Ulf Jürgensen der Genossenschaft vor. In den Aufsichtsrat wurden Christian Klüßendorf (Vorsitz), Jan Dettmering und Jasmin Schippmann gewählt.

Zudem wurde eine Aufnahmegruppe als Anlaufstelle gebildet. „Wir prüfen anhand der mit der Gemeinde vertraglich vereinbarten Vorgaben die Eignung der Bewerber“, erklärt Britta Gathmann als Vorsitzende der Gruppe. Gemeinsam mit Klüßendorf, Dettmering und Katja Borger werden Interessierten Möglichkeiten aufgezeigt, mit öffentlichen Hilfen und Förderungen dem Ziel näher zu kommen.

Bereits im März wird der Baubeginn der drei Wohnhäuser angestrebt und die Bauzeit mit zwölf Monaten veranschlagt. Im Dezember wurde hierfür zwischen der Gemeinde Wittdün und der Genossenschaft „Üüs aran“ ein Kooperationsvertrag für 99 Jahre geschlossen. „Durch diesen Vertrag hat die Gemeinde bei der Definition und Nutzung der Wohnanlage ein starkes Mitspracherecht erhalten“, verdeutlichen die Mitglieder. Hierzu gehören auch die geplanten Wohnungsgrößen und die Beschränkungen und Ausschlüsse, die sowohl spekulative Nutzungen als auch Anmietungen für Saisonkräfte verhindern.

Statthaft sei allerdings, dass maximal fünf Gewerbetreibende ihren Angestellten unter die Arme greifen dürfen, um diesen und ihren Familien einen Wohnraum zu ermöglichen. Dabei darf jeweils nur eine Wohnung pro Unternehmer gezeichnet werden. Zudem wird großer Wert darauf gelegt, dass alle Beteiligten die Anforderungen der Genossenschaft erfüllen. Denn die Pflege eines sozialen Gefüges hat einen besonderen Stellenwert bei dem Wohnbauprojekt.

Durch die zu zahlende Pacht wird der Gemeinde die durch ein neutrales Wertgutachten ermittelte Summe für das Grundstück vergütet. „Zudem wurde auch die Summe für den derzeit laufenden Abriss der Nordseehalle sowie alle weiteren im Zusammenhang stehenden Kosten der Gemeinde auf die Pachtsumme umgelegt“, erklärt Heiko Müller. Die Gemeindevertreter verknüpfen mit dem Vertrag die Hoffnung, dass Wittdün trotz seiner Abhängigkeit als Bedarfszuweisungsempfänger Gelder für die Kofinanzierung wichtiger Infrastrukturen generieren kann. Nebeneffekt dabei sei, dass das Grundstück nicht an den spekulativen Immobilienmarkt aus der Hand gegeben wird.

„Die Beobachtung des Wohnungsmarktes auf Amrum über viele Jahre hat gezeigt, dass dringender Handlungsbedarf besteht“, erklärt Jürgensen. Auch Familien, die die Insel wegen des fehlenden Wohnraums verlassen hätten, zeigten Interesse an „Üüs Aran“ und zwei Wohnungen seien von Rückkehrern bereits gezeichnet worden. Wie weiter berichtet wurde, hat „Üüs aran“ gemäß der Förderrichtlinien des Landes für drei Wohnungen ein Belegungsrecht für Landesbedienstete reserviert .

„Dass es auch immer wieder kritische Stimmen gibt, ist uns bewusst. Aber viele Aussagen basieren auf Halbwissen und stellen die Fakten nicht richtig dar“, erklärt der Vorstand. Jeder habe die Option, in Form einer Beratung die eigenen Möglichkeiten zu prüfen. „Wir können uns auf Amrum gar keine Fehler mehr leisten“, plädiert Christian Klüßendorf und distanziert das genossenschaftliche Projekt deutlich von den Fehlern, die seinerzeit bei der Vergabe der Grundstücke auf der Südspitze gemacht worden sind.

Weitere Informationen über das genossenschaftliche Projekt und aktuelle Termine im Internet unter www.üüs-aran.de.

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