Midlum und Süderende : Wo Prävention richtig Spaß macht

Bei Tanja Rübeck-Hansen lernen die Kinder ganz viel über ihren Körper.
Bei Tanja Rübeck-Hansen lernen die Kinder ganz viel über ihren Körper.

Nach längerer Pause: Die Grundschule Föhr-Land nimmt wieder am Anti-Sucht-Programm „Klasse 2000“ teil.

shz.de von
11. Juni 2018, 14:00 Uhr

Klaro ist wieder da. Und mit dieser kleinen Sympathieträger-Puppe wird das Programm „Klasse 2000“ nach mehrjähriger Pause an der Grundschule Föhr-Land wieder durchgeführt. „Klasse 2000“ ist das deutschlandweit führende Suchtpräventionsprogramm an Grundschulen, und die Erstklässler in Süderende gehören damit zu den 450 000 Kindern in 20 000 Grundschulen, die in den Genuss dieses Programmes kommen.

Tanja Rübeck-Hansen, Gesundheitsförderin und Suchtpräventionskraft bei der Föhrer Selbsthilfeorganisation Brücke, besucht die ersten drei Klassen, um mit den Kindern die Funktionen des Körpers zu besprechen, mit ihnen herauszuarbeiten, dass sie alle einmalig und ausgesprochen wertvoll sind und dass starke Kinder den Süchten des Alltags besser widerstehen können. Die Wirkung von „Klasse 2000“ ist inzwischen wissenschaftlich belegt: Wer an diesem Programm teilgenommen hat, wird zukünftig weniger gefährdet sein, legale und illegale Drogen zu konsumieren.

Die Unterrichtsmaterialien sind sehr ansprechend und die Stunden mit Rübeck-Hansen vergehen wie im Flug, denn ständig wird experimentiert: „Versucht einmal, euch mit dem ausgestreckten Arm an der Nase zu kratzen“, schlägt sie vor, woraufhin erst einmal alle ratlos sind. Schnell wird den Schülern klar, dass zum Bewegungsapparat Gelenke und Muskeln gehören und dass diese gesund ernährt werden wollen, damit sie gut funktionieren. Und dann wird wieder ausprobiert: Den rechten Arm zum linken Fuß, dabei nur auf dem rechten Bein stehen und mit der linken Hand das rechte Ohr streicheln.

Die Kinder machen begeistert mit, erzählen viel, bringen ihr Vorwissen ein und erfahren im Spiel, wie faszinierend ihr Körper ist und dass sie selbst am meisten tun können, ihn gesund zu erhalten. Rübeck-Hansen besucht dreimal jährlich die Klassen, bringt neue Themen ins Spiel, die von den Lehrern wieder aufgenommen und nachbereitet werden, denn „Atmung und Blutkreislauf“ sind zu komplex, um sie in 60 Minuten zu verstehen. Aber wenn ein Schüler mal selbst mit einem Stethoskop seinen Nachbarn abgehorcht hat, ist das für ihn ein einprägsames Aha-Erlebnis.

Finanziert wird „Klasse 2000“ vom Föhrer Lions-Club. Matthias Hansen als Verantwortlicher für die Suchtprävention zeigte sich erfreut, dass die Grundschule wieder mit im Boot ist.

Auch wenn „Klasse 2000“ nach der vierten Klasse endet, die Suchtprävention geht für die Föhrer Schüler an der Eilun-Feer-Skuul weiter: Rübeck-Hansen und Ute Nommensen als Schul-Sozialarbeiterin haben gemeinsam ein entsprechendes Konzept erarbeitet, das die Jugendlichen bis in die höheren Klassen begleitet.

„Nach den Sommerferien kommen Klaro und ich wieder“, verspricht Rübeck-Hansen. „Ooooch“, antworten die Kinder, denn sie sind so mit Feuereifer bei der Sache, dass sie am liebsten gleich noch eine Stunde hätten.

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