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Föhrer Schulprojekt : Wo Menschen über die Bühne fliegen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der „Circus Mytilus“ gab wieder eine atemberaubende Vorstellung in der Wyker Nationalparkhalle. Selbst Grundschulkinder wurden schon zu kleinen Akrobaten.

„Ihr habt tolle Kinder!“ Begeistert, ein wenig erschöpft, aber vor allem stolz auf die mehr als 40 Akteure freute sich Ute Stenzel mit Rolf Ganzel und Benedikt König, Hauptverantwortliche und Trainer des „Circus Mytilus“, über die gelungene Vorstellung in der ausverkauften Nationalparkhalle. Die Antwort darauf waren Standing Ovations und ein nicht enden wollender Applaus. Die Mühe hatte sich also gelohnt, das harte Training in den Wochen vorher fand seine Rechtfertigung. Das Logistikbuch, peinlich genau geführt von Jutta Ganzel, las sich für den Laien wie eine Regieanweisung zu einem Spielfilm. Ganzel, „die Frau im Hintergrund“, nähte auch alle Kostüme selbst.

„Alte Hasen“ wie Alexander Damm, ehemals Lehrer an der Grundschule in Midlum, der immer noch regelmäßig zum Trainieren mit den Kindern nach Föhr kommt, und ehemalige Aktive wie Gesche Steinhagen und Frederike Roos rundeten das Trainer-Team ab, alle als Ehrenamtliche.

Seit einem Jahr probte die Zirkus-AG für die Aufführung unter dem Motto „Monochromatico“, was so viel wie einfarbig sichtbares Licht bedeutet. Und in der Tat wurde mit dem Licht gespielt, türmten sich schwarze und weiße „Schachfiguren“ zu Menschenpyramiden oder jonglierten ganz in schwarz gekleidete junge Damen mit weißer Gesichtsmaske Bälle durch die Luft.

Auch wenn das Thema „Monochromatico“ hieß, so war das Zirkusprogramm außerordentlich bunt und vielfältig: Jonglage, Akrobatik, Übungen am Vertikaltuch, immer gepaart mit passender Musik, der richtigen Beleuchtung (Erich Carstens und Max Lehmann), raffinierter Kostümierung und einer unglaublichen Portion Charme und ansteckender Freude. Faszinierend für das Publikum war auch stets die wortlose Verständigung der Kinder und Jugendlichen: Wenn die Zuschauer die Luft anhalten, weil ein Kind nach dem nächsten jeweils auf die Schultern des Vorgängers gehievt wird, ist Mimik und Körpersprache besonders wichtig: Spring, ich halte dich, du kannst dich auf mich verlassen.

Die Zirkus-AG, an der Kinder der Grundschulen und der Eilun-Feer-Skuul trainieren, schafft es immer wieder, möglich zu machen, dass jeder Turner oder Jongleur zwischen acht und 16 Jahren seinen Platz in der Vorstellung findet und seine Fähigkeiten ausbauen kann. Ganz besonders beeindruckte Sophie Sülflohn, die als turnende „Zeitungspuppe“ Flic-Flacs auf der Bühne schlug und sich in den Spagat setzte, als sei es das Selbstverständlichste von der Welt.

Spontan erklommen auch junge Artisten des befreundeten Darmstädter Circus Waldoni die Bühne und überzeugten mit einer Jonglage, begleitet von anerkennendem Beifall ihrer Föhrer Kollegen.

Wer keinen Platz mehr in einer der beiden Zirkusvorstellungen fand, muss nicht ganz traurig sein, denn Rolf Ganzel und sein Team verabschiedeten sich mit den tröstenden Worten: „Bis zum nächsten Jahr!“

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