Amrum : Wo Kunstwerke (sich) bewegen

Sören Möller und seine strand-Installation. Fotos: Hoffmann
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Sören Möller und seine strand-Installation. Fotos: Hoffmann

Sören Möller und Anja Preusker bauen originelle Windräder. Als Material dient der Müll, der am Strand angeschwemmt wird.

shz.de von
21. August 2018, 16:00 Uhr

„Was kann man aus Gefundenem Schönes machen“ – mit diesem Gedanken wandern Sören Möller und Anja Preusker seit Jahren über den Amrumer Strand. Vor vier Jahren reifte dann die Idee, kleine Windräder nur aus den Materialien, die man am Strand findet, zu bauen. Diese sollten voll funktionsfähig sein – ein drehender Rotor der sich nach der entsprechenden Windrichtung automatisch ausrichtet. „Spaß, etwas zu bauen, das sich bewegt“ ist die Motivation von Sören Möller und Anja Preusker. Sie möchten aber auch anderen bewusst machen, dass diese Kunstwerke aus Müll bestehen, den andere achtlos weggeworfen haben.

Mit den Jahren sind aus den ersten kleinen Versuchen wahre Kunstwerke geworden. Nichts ist geklebt, genagelt oder geschraubt. Alle Teile werden nur mit dünnen Kunststoff-Fäden zusammengehalten. Holz, Plastik, Kunststoff-Fäden, Metall und Federn sind die dominierenden Materialien, möglichst in vielen verschiedenen Farben. Alle Modelle sind Unikate verschiedenster Größe. Vor vier Jahren entstanden die ersten Windrotoren, meist kleinere und einfachere Modelle. Mittlerweile hat sich die Bautechnik deutlich weiterentwickelt und die Windräder sehen schon sehr professionell aus.

Die Strandburg von Sören Möller und Anja Preusker am Nebeler Strand bekommt oft Besuch von neugierigen Urlaubern, die begeistert von den kleinen Kunstwerken sind. Mit Hilfe des Amrumer Kunstvereins wurde dann eine eigene Freiluftausstellung am Nebeler Strand geschaffen. Auf einem größeren Holzgestell wurden alle Windräder so installiert, dass sie eine farbenfrohe, sich individuell bewegendende Einheit ergaben. Viele Strandbesucher bleiben davor stehen und staunen über die Vielfalt der Modelle und darüber, wie sie sich oft knatternd im Wind drehen.

Alle Windräder, die jedes Jahr neu entstehen, bleiben auf Amrum. „ Wir haben einmal einige mit nach Hause genommen und in unseren Garten gestellt, dort wirken sie bei weitem nicht so toll wie am Nebeler Strand“ so Sören Möller.

Vor 48 Jahren kam Sören Möller zum ersten Mal nach Amrum, vor zwölf Jahren erstmalig gemeinsam mit Anja Preusker. Beide sind beruflich selbstständig im Bereich Kommunikationsdesign tätig. Sie genießen die langen Spaziergänge am Strand und das Sammeln der Materialien zum Bau neuer Windräder. „Es ist faszinierend, wenn man bedenkt, dass die einzelnen Fundstücke vielleicht schon eine lange Reise hinter sich haben. Alle Teile haben Ihre eigene Geschichte und wir vereinen sie nun zu einer neuen Funktion“, sagen sie.

Jedes Jahr sind die beiden gespannt, wie Ihre Kunstwerke den windigen Winter überstanden haben und freuen sich über jedes Windrad, das noch vorhanden ist und auch funktioniert.

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