Auf Föhr : Wo Könige und Sterne strahlen

Die „Weisen aus dem Morgenland“ brachten den Föhrern Segenswünsche zum neuen Jahr.
Die „Weisen aus dem Morgenland“ brachten den Föhrern Segenswünsche zum neuen Jahr.

Erfolgreiche Sternsinger-Aktion auf der Insel: Über 1400 Euro wurden für ein Projekt gegen Kinderarbeit in Indien gesammelt.

shz.de von
09. Januar 2018, 13:00 Uhr

„Das war ein toller Tag! Und ich glaube, ich werde heute Nacht im Traum immer noch singen: ‚Gott segne euch – in diesem Jahr‘, so das Fazit von einem der elf Könige, die am Sonntag nach dem Aussendungsgottesdienst in der katholischen St.-Marien-Kirche über die Insel Föhr zogen. Sie brachten als Sternsinger den Menschen den Segen in die Häuser und sammelten Spenden für die Jahresaktion des Kindermissionswerks.

Deutschlandweit und auch in den angrenzenden Ländern helfen alle zusammengetragenen Spenden in diesem Jahr Kindern in Indien. Dort müssen mehr als 40 Millionen Kinder bereits ab fünf Jahren täglich bis zu zwölf Stunden arbeiten – Schäden an ihrer Gesundheit und Seele inklusive. Da bleibt weder Raum für eine Schulbildung noch für Freizeit. Das ist Ausbeutung von Kindern und die ist weltweit verboten. Doch die Familien sind so arm, dass sie ohne die Arbeitskraft der Kinder verhungern müssten. Mit der Unterstützung der Sternsinger bekommen die Kinder nun Schulunterricht. Denn mit ihrer Bildung werden sie später einen Beruf ausüben können, der es ihnen ermöglicht, ihre eigenen Kinder nicht mehr arbeiten lassen zu müssen. So kann der Teufelskreis durchbrochen werden.

Der blaue Himmel, die glänzenden Sterne und die strahlenden Könige waren immer wieder vor den Häusern zu hören, so dass sie auch spontan an der ein oder anderen Tür noch einmal singen durften – mit einem tollen Ergebnis: 1417 Euro Spenden kamen zusammen – eine große Summe für die kleine Insel. Umgerechnet sind das 1417 Tage, also knapp vier Jahre, an denen ein Kind nicht arbeiten muss, denn der Tageslohn beträgt zwischen 50 Cent und einem Euro.

Glücklich über diesen Erfolg beendeten die Sternsinger mit dem bereits traditionellen Spaghettiessen und grünem Wackelpudding den langen Tag – natürlich mit Zutaten, die frei von Kinderarbeit sind. Denn auch das nehmen diese elf Kinder mit: Ab jetzt wird hinterfragt und draufgeschaut. Wer hat das gemacht? Wo kommt das her? So war es ein schönes Schlusswort, als einer der Könige bei der Abschlussrunde sagte: „Und wenn jeder von uns nur einmal mehr in der Woche sein Geld für ehrliche, faire Sachen ausgibt, dann haben wir schon ein ganzes Stück geschafft – und nächstes Jahr, da mach’ ich wieder mit“.

Als Sternsinger waren in diesem Jahr mit dabei Helene und Margarete Busch, Noah-Vincent, Aaron, Jakob und Luzie Aulbach, Magnus Olufs, Nastja Pulm, Linda von Reusner, Ben Stubenrauch und Mia Trötschler.

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