KOMMUNALWAHL 2018 : Wo Frust und Freude dicht beieinander liegen

<p>Die Wähler haben entschieden, die Karten werden neu gemischt.</p>

Die Wähler haben entschieden, die Karten werden neu gemischt.

Stimmen aus den Wyker Parteien zum Ausgang der Wahl.

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08. Mai 2018, 11:30 Uhr

„Das Wahlergebnis zeigt, dass der personelle Umbruch der CDU, also mit einer Mischung aus erfahrenen Kommunalpolitikern und neuen Gesichtern in den Wahlkampf zu gehen, richtig war“, sagt Noch-Fraktionssprecherin Claudia Andresen und kündigt an, dass die vier CDU-Neulinge für frischen Wind in der Stadtvertretung sorgen wollen. „Wir begreifen unser hervorragendes Ergebnis nicht nur als Bestätigung, sondern auch als Auftrag“, so Andresen, die bei aller Freude über das gute Abschneiden ihrer Partei aber einräumt, „ein wenig traurig“ zu sein, dass sie selbst der Stadtvertretung nicht mehr angehören wird.

Als Gewinner fühlen sich nach dem Wahlabend auch die Grünen. „Das ist Wahnsinn“, freut sich ihr Fraktions-Chef Till Müller, der sein Boldixumer Direktmandat nicht nur verteidigt, sondern dort auch das beste Ergebnis aller Direktkandidaten eingefahren hat. „Vor fünf Jahren haben wir zum ersten Mal ein Direktmandat geholt. Dass da jetzt noch eins oben drauf kam, damit hätten wir nicht gerechnet“, freut er sich, dass die Grünen jetzt in der Stadtvertretung und den Ausschüssen mehr Einfluss haben werden. „Ich hoffe, dass wir unsere Akzente nun besser setzen können, als in der letzten Wahlperiode“, sagt Müller, der ankündigt, auch wenn jetzt wohl alles auf den von der CDU gesetzten Kandidaten Hans-Ulrich Hess hinauslaufen werde, das Thema „hauptamtlicher Bürgermeister“ nicht aus den Augen zu lassen.

„Ich hatte schon geahnt, dass wir Federn lassen müssen, das ist immer so, wenn die Wähler mit der Arbeit der etablierten Parteien zufrieden sind“, kommentiert Silke Ofterdinger-Daegel, die Fraktionsvorsitzende der Komunalen Gemeinschaft, dass die KG in der neuen Stadtvertretung einen Sitz weniger haben wird, als bisher. „Aber wir sind hier alle zufrieden“, schiebt sie nach und betont, dass der Verlust eines Sitzes auf die Arbeit der KG in den städtischen Gremien keinen großen Einfluss haben wird. „Und wie wir uns bei der Bürgermeisterwahl verhalten, dass werden wir mal sehen“, kündigt sie an.

„Unsere Stimmung ist gedrückt. Wir haben uns mehr erhofft“, ist SPD-Fraktions-Chef Peter Schaper enttäuscht. Er ist überzeugt davon, dass das bundesweite Tief seiner Partei auch auf die Kommunalwahl in Wyk ausgestrahlt hat. „Wir müssen unser Ergebnis jetzt erst mal in Ruhe verdauen und analysieren, da ist bei einigen schon eine große Enttäuschung“, sagt er und kündigt an: „Wir gehen jetzt frohen Mutes in die Opposition“.

„Oh, das ist ja erfreulich, das ist ja eine gute Nachricht“ – Manfred Thomas, der Spitzenkandidat der Linkspartei, hatte erst durch den Anruf unserer Redaktion gestern Mittag erfahren, dass er der neuen Stadtvertretung angehören wird. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, so Thomas, „aber es freut mich, dass wir das geschafft haben, darauf müssen wir jetzt weiter aufbauen“. Was seine künftige Rolle als fraktionsloser Einzelkämpfer im Wyker Parlament angeht, das will Thomas jetzt erst mal auf sich zukommen lassen. „Aber wenn es eine vernünftige Basis gibt, bin ich nicht abgeneigt mit anderen zusammenzuarbeiten“, sagt er.

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