Vor Nieblum : Wo die Wellen Muster zeichnen

In der Schlee-Schule präsentierten die jungen Berliner ihre Ergebisse.
In der Schlee-Schule präsentierten die jungen Berliner ihre Ergebisse.

Junge Forscher aus Berlin erkundeten das Wattenmeer. Eine Jury hatte die Schüler für den Aufenthalt auf Föhr ausgewählt.

shz.de von
16. Juli 2015, 07:45 Uhr

„Es war total windig, aber trotz Wind haben wir nicht aufgegeben.“ Ein Resümee von 15 Berliner Schülern des Grünen Campus Malchow, die fünf Tage lang als junge Forscher im Nationalpark Wattenmeer unterwegs waren und ihre Ergebnisse präsentierten. Ausgestattet mit GPS-Geräten (Global Positioning System) und unterstützt von Nationalpark-Rangern und Mitarbeitern der Firma Esri (Environmental systems research institute) beschäftigten sie sich unter anderem mit unterschiedlichsten Arten von Rippeln, den Wellenmustern im Watt. Esri, weltweit führend in der Herstellung von Geoinformationssoftware, kooperiert seit acht Jahren mit diversen Nationalparks und ermöglicht Jugendlichen, in Sommercamps eigene Erfahrungen zu sammeln. Allerdings müssen sich die Nachwuchsforscher dafür qualifizieren, beziehungsweise zu einem vorgegebenen Thema ein Projekt erarbeiten, das eine Jury abschließend bewertet und auswählt.

Die Berliner der Klassenstufen acht und neun, so die begleitende Lehrerin Anna-Maria Gubar, seien ausschließlich in der deutschen Hauptstadt unterwegs gewesen und dass, obwohl das diesjährige Thema „Eine Reise um die Welt“ durchaus andere Assoziationen hervorrufen könnte. Aber Berlin sei so multikulturell, dass in jedem Stadtteil andere Sprachen aufeinanderträfen und ganz unterschiedliche Lebensweisen. Die Auswertung der geführten Interviews und die Vorstellung der Welt, zusammengefasst im Großraum Berlin, hat die Jury überzeugt, so dass den Jugendlichen eine Reise in die Nieblumer Schlee-Schule spendiert wurde.

Nicht nur die Wellenmuster des Wattenmeeres, sondern auch seine Entstehung, sowie Flora und Fauna lernten die Schüler kennen. „Wir möchten die Jugendlichen qualifizieren, räumliche Daten in der Natur am PC darzustellen“, erklärte Esri-Mitarbeiter Ingo Scholz und Geograph und Geoinformatiker Jörn Kohlus fasste in einem kurzen Beitrag zusammen, welche Daten wichtig sind. Da die Atmosphäre Farben in unterschiedlicher Weise durchlässt, kann mit einem optischen Radar eine grobe Aussage gemacht werden, welche Strukturen am Boden zu erkennen sind. Aber Algen und Seegras beispielsweise lassen sich farblich nicht differenzieren, weshalb eine genaue Vorort-Untersuchung nicht überflüssig wird. Die Auswertungen der Schüler flössen immer in die Untersuchungsergebnisse der Wissenschaftler mit ein, so Kohlus, der sich erfreut zeigte, dass er diesjährig zum ersten Mal auf Föhr eine Gruppe für wissenschaftliche Zwecke einbinden konnte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen