zur Navigation springen

Marodes Strandservice-Gebäude : Wittdün will Investitionsstau beheben

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Pläne für den Neubau an der Promenade liegen noch nicht auf Eis. Die Amrumer können Fördermittel erst im kommenden Jahr beantragen.

shz.de von
erstellt am 08.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Unbestritten ist die traumhafte Lage des Strandservice-Gebäudes an der Wittdüner Promenade am Südstrand. Doch genauso unstrittig ist bei Bürgern, Kommunalpolitikern und Gästen der desolate Zustand der Immobilie, deren Raumkonzept längst nicht mehr zeitgemäß ist. Der Zahn der Zeit hat trotz immer wieder durchgeführter Erhaltungsmaßnahmen deutliche Spuren hinterlassen, Pläne für ein neues Strandservice-Gebäude an der Wandelbahn gibt es schon lange, angesichts der angespannten Finanzlage Wittdüns konnten sie aber bisher nicht verwirklicht werden. Das derzeitige Gebäude steht in der Prioritätenliste des Infrastruktur-Entwicklungskonzeptes somit auch an erster Stelle für die Gemeinde.

Bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung hinterfragte ein Bürger den derzeitigen Sachstand für dieses Projekt, das in engem Zusammenhang mit dem fortschreitenden Verfall der ehemaligen Kurverwaltung in der Mittelstraße gesehen wird. Bisher hegten die Kommunalpolitiker den Wunsch, durch den Verkauf dieser Immobilie die bei der Gewährung von Fördermitten notwendige Kofinanzierung für das Projekt am Strand leisten zu können. Eine Wertermittlung habe eine Summe von 980 000 Euro ergeben.

Wie Bürgermeister Jürgen Jungclaus erklärte, sei auch der neuen Gemeindevertretung die Dringlichkeit der Infrastrukturentwicklung bewusst. In bester Strandlage und am „Schaufenster“ zum Weltnaturerbe Wattenmeer gelegen, wäre es ein großer Schritt für die Infrastruktur im Ort. Allerdings sei der Zuschusstopf für die Aktiv-Region Uthlande bereits im vergangenen Jahr ausgeschöpft gewesen und dieses Förderprojekt laufe in diesem Jahr aus. Ein Nachfolgeprojekt stehe zwar bereits in den Startlöchern, doch erst 2014 könnten dort Vorhaben angemeldet werden. „Unser Bestreben ist es nach wie vor, das Strandservice-Gebäude als Leuchtturmprojekt einstufen zu lassen. Nur so sind die nötigen Maximalförderbeträge erzielbar“, erläuterte Jungclaus.

Um die notwendigen Eigenmittel aufbringen zu können, habe man das Grundstück, auf dem die alte Kurverwaltung und die Nordseehalle – diese dient auch in diesem Herbst und Winter als Schulsporthallenersatz – stehen, verkaufen wollen. Nun seien Überlegungen in den Vordergrund getreten, dieses Grundstück für die Schaffung von Wohnraum zu nutzen. „Wir sehen durch die Gründung einer Genossenschaft eine große Chance, Kapital aufzubringen und gleichzeitig Wohnraum für Familien auf Amrum schaffen zu können“, erläutert Gemeindevertreter Christian Klüßendorf. Die Kommune vergebe so das Grundstück, veräußere es aber nicht. So begegne man der Spekulation auf dem Immobilienmarkt.

Bisher konnte das Gebäude der alten Kurverwaltung nicht gänzlich stillgelegt werden, da hier immer noch Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer untergebracht sind. „Wir sind im Gespräch mit den Verantwortlichen, um schon bald einen Ersatz für die Unterbringung zu finden, damit nicht ein weiterer Winter mit hohen Energiekosten zu Buche schlägt“, berichtete Jungclaus. Zumal die Bausubstanz deutlich marode sei. Die Scheiben des ehemaligen Lesezimmers mussten bereits gegen unkontrolliertes Herausfallen gesichert werden.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen