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hotel am südstrand : Wird Steigenberger der Betreiber?

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Investor Bernd Rathenow stand den Wyker Stadtvertretern zum Sachstand des geplanten Hotelbaus an der Gmelinstraße Rede und Antwort. Auf kritische Fragen reagierte der Bauunternehmer ziemlich gereizt.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Eigentlich war sein Mitarbeiter Michael Bobber angekündigt, doch dann war es Investor Bernd Rathenow selbst, der den Stadtvertretern zum Sachstand des geplanten Hotelbaus an der Gmelinstraße Rede und Antwort stand. Und dabei einen neuen Betreiber präsentierte: „Zu 99 Prozent wird es Steigenberger“, so Bernd Rathenow. „Das ging schon durch deren Aufsichtsrat, wir müssen nur noch drei Punkte abarbeiten“, kündigte der Investor einen Vertragsabschluss mit der renommierten Hotelkette „noch in diesem Jahr“ an.

Doch in der Frankfurter Zentrale der international operierenden Hotelkette reagierte man jetzt auf Nachfragen des Insel-Boten genauso, wie vor einigen Monaten die Sprecherin der „Lindner-Gruppe“, die Rathenow zuvor als Betreiber genannt hatte (wir berichteten). „Es gibt beiderseitiges Interesse an einer Zusammenarbeit und auch Gespräche, aber definitiv noch kein endgültiges Ergebnis“, erklärte Steigenberger-Pressesprecherin Iris Kujas. Insofern könne Steigenberger die Aussage zum Betreiber, die Rathenow vor der Stadtvertretung gemacht hatte, nicht bestätigen.

Eine Presseauskunft, die Bernd Rathenow so nicht stehen lassen will. „Wir sind in den letzten Verhandlungen über einen Vertrag, der mehrere hundert Seiten hat“, bekräftigte der Investor gestern gegenüber dem Insel-Boten noch einmal, was er den Stadtvertretern gesagt hatte.

„Das Hotel wird auf jeden Fall gebaut“, hatte Rathenow den Wyker Politikern bei der Sitzung außerdem versprochen. Doch wann, das ließ er weiter im Ungefähren. Denn eine Baugenehmigung hat er bisher nur für die umstrittenen benachbarten Appartementhäuser. Mit denen will Rathenow, so kündigte er an, falls das Winterwetter mitspielt, im Januar beginnen. „Mit dem Hotel fangen wir dann ein halbes Jahr später an“, antwortete er auf eine entsprechende Frage von Dr. Silke Ofterdinger-Daegel (Kommunale Gemeinschaft), dass er für den Hotelbau erst das Geld aus dem Verkauf der Appartements benötige.

Zumal das Land ursprünglich in Aussicht gestellte Fördergelder in Höhe von drei Millionen Euro nun doch nicht bewilligt habe. „Dagegen klagen wir“, berichtete der Investor. Und betonte dann auf die Frage von Till Müller (Grüne) hin, welche Konsequenzen ein für Rathenow negatives Gerichtsurteil auf den Hotelbau haben könnte: „Das schmälert unseren Ertrag, aber wir werden trotzdem bauen“.

Inzwischen, so berichtete er weiter, habe das Kreisbauamt ihm die Baugenehmigung für das Hotel in absehbarer Zeit angekündigt, allerdings sei mit Lärmschutzauflagen zu rechnen.

Der Förderantrag sei negativ beschieden worden, weil der Investor die erforderliche Eigenkapitalqoute nicht nachgewiesen habe, behauptete Sabine Gilleßen (SPD) und wollte von Rathenow wissen, wie hoch diese sei. „Das geht sie gar nichts an“, antwortete der Bauunternehmer, der im weiteren Verlauf der Sitzung auf kritische Nachfragen der Stadtvertreter zunehmend gereizt reagierte.

Und kritische Fragen gab es an diesem Abend viele. So hielt Peter Schaper die derzeit geplanten 25 Personalzimmer für nicht ausreichend. „Die Diskussion hatten wir schon, darauf gebe ich keine Antwort“, bügelte Bernd Rathenow den SPD-Stadtvertreter ab. „Ich weiß dass sie gegen das Hotel sind“, griff er Gilleßen an, als auch diese in Sachen Personalwohnungen nicht locker ließ.

Claudia Andresen (CDU) machte sich Sorgen um die Vermieter in Umfeld der künftigen Großbaustelle, die zum Teil schon in diesem Jahr Einbußen wegen des ursprünglich bereits für Anfang diesen Jahres angekündigten und dann immer wieder verschobenen Baubeginns hatten. „Wenn das wieder so läuft, ist das für die ein großer finanzieller Schaden“, betonte Andresen. „Es gab Absagen wegen des Baulärms und dann wurde gar nicht gebaut“, pflichtete Heinz Lorenzen (KG) ihr bei.

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