Interview Mit Bürgermeister Erk Hemsen : „Wir sind immer um Kompromisse bemüht“

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15. April 2018, 11:00 Uhr

Erk Hemsen ist in Dunsum geboren und aufgewachsen. Er lernte den Beruf des Landwirts und übte ihn bis Ende 2014 auch aus. Hemsen arbeitet jetzt bei der Firma Peter Jensen in Alkersum in den Bereichen Transport und Abbruch. Er ist seit 1994 Gemeindevertreter, davon die vergangenen fünf Jahre als zweiter stellvertretender Bürgermeister.

Erk Hemsen sieht, wie in Dunsum alle wieder enger zusammenrücken, um die vielen Aufgaben bewältigen zu können. Er sagt, ihm persönlich werden die vielen Dunsumer Gemeindevertreter fehlen. Anfangs habe er Scheu empfunden, vor so vielen Leuten aufzutreten, aber das habe sich nach zwei, drei Sitzungen gelegt. „Wir haben fünf Jahre lang Demokratie pur exerziert. Noch mehr geht nicht. Ich hoffe sehr, dass wir das auch in Zukunft hinbekommen und das Interesse der Bürger weiter bestehen bleibt, sie zu den Sitzungen kommen – die sind ja öffentlich.“

Was treibt Sie an, Gemeindepolitik zu machen?
Man kann nicht nur rummäkeln, sondern man muss selbst versuchen, etwas zu erreichen. Darum habe ich mich entschlossen, in die Gemeindepolitik einzusteigen. Nicht für persönliche Belange, sondern für das Allgemeinwohl der Gemeinde. Das ist aber gar nicht immer so einfach.

Spüren Sie und die Gemeindevertreter genug Anerkennung für ihre Arbeit?
Natürlich. Wenn vielleicht auch nicht immer alles klappt, wie es soll, so wird uns doch Anerkennung ausgesprochen für den guten Willen, den man gezeigt hat. Leider kann man es nicht jedem recht machen, aber man ist bemüht, wenn es geht, Kompromisse zu machen.

Was würden Sie als größten Erfolg der Gemeindevertreter für Dunsum sehen?
Ein großes Ereignis war unser Dorfabend im März 2015, welcher nur alle fünf bis zehn Jahre gefeiert wird. Zu diesem Dorfabend hatten sich weit über 80 Personen angemeldet, aus Nah und Fern. Es war ein besonders schönes Fest. Nicht alltäglich oder alljährlich. Weiterhin haben wir für unseren kleinen Ort auch einen kleinen Park angelegt.

Für die Unterhaltung unserer Wirtschaftswege haben wir uns etwas Neues ausgedacht. Das ist in der Erprobung mit bis jetzt gutem Erfolg. Ein Neubaugebiet wurde in den letzten zehn Jahren erfolgreich besiedelt und muss unbedingt erweitert werden. Auch wenn es keiner glauben mag, es herrscht eine große Nachfrage.

Gibt es auch etwas, worauf Sie nicht stolz sind?
Dass der Radweg, welcher von Süderende über Klein- nach Großdunsum und dann nach Utersum führen sollte, nicht in Angriff genommen wurde. Obwohl das geplant und genehmigt ist – seit zig Jahren.

Was sind die Herausforderungen für die Zukunft von Dunsum?
Die Erweiterung des Neubaugebietes muss vorangetrieben werden. Ein hochbrisantes Thema ist die touristische Aufwertung des neuen Deiches, was wir mit der Nachbargemeinde Utersum gemeinsam durchziehen werden. Dass dann der „Wattenläufer“ trotz Deichbaumaßnahmen weiterhin stehenbleiben kann und dass trotz Deichbau das Dunsumer Schöpfwerk erhalten oder ein neues gebaut wird und nicht der ganze Kanal umgeleitet wird.


Zu guter Letzt: Machen sich die letzten fünf Jahre bei Ihnen persönlich bemerkbar?
Nein. Oder doch. Ich glaube, man wächst mit seinen Aufgaben. Das Fell wird dicker. Denn ohne dickes Fell geht es nicht.

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