Messe : "Wind Energy" auch nach 2012 in Husum

Peter Becker, Messe-Geschäftsführer.
Peter Becker, Messe-Geschäftsführer.

Die "Wind Energy" bleibt in Husum - auch nach 2012. Dazu sollen die Schwachpunkte Logistik und Infrastruktur verbessert werden. Hamburg wollte die Messe holen.

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11. August 2011, 10:40 Uhr

Husum | Der Geschäftsführer der zuständigen "Messe Husum und Congress"-Gesellschaft, Peter Becker, betont: "Wir werden auch 2014 wieder eine Messe anbieten. Wir haben die Marke, und die Firmen stehen hinter uns." Die Unternehmen wollten nicht mehr Messen nutzen können, sondern befürworteten ein konzentriertes Angebot, erläutert Becker, der seit Ende Oktober die Geschäfte der Gesellschaft führt, deren Träger die Husumer Wirtschaftsgesellschaft ist.
Ein öffentlicher Vorstoß der Hamburger Wirtschaftspolitik und des Fachverbands VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) hatten für Aufregung in der Branche, der Politik und bei den Menschen in der Region gesorgt. Der hanseatische Wirtschaftssenator Frank Horch und die Spitze der Handelskammer hatten für Hamburg als zukünftigem Standort der weltweit bedeutenden Wind-Messe geworben. 2012 besteht erstmals die Möglichkeit, die vertraglich geregelte Zusammenarbeit zwischen der Husumer Messe-Gesellschaft und der "Hamburg Messe und Congress GmbH" zu kündigen. Wird keiner der Vertragspartner aktiv, läuft die bisherige Zusammenarbeit, die seit 2008 besteht, wie bisher weiter. Dass die Hanseaten versuchen, eine eigene Wind-Messe zu etablieren, hält Becker für wenig wahrscheinlich: "Ich glaube nicht, dass die Hamburger sich noch trauen", sagt er selbstbewusst.
Infrastrukturelle Schwächen kompensieren
Die Hamburger Messe äußert sich zurückhaltend: Welcher Standort ausgelotet werde sei Sache der Industrie und der Verbände, sagt Birgit Czernotzky, Bereichsleitung Marketing: "Wir stehen voll und ganz zu der Kooperation 2012 mit den Husumern, und wir wollen auch danach die Veranstaltung weiterentwickeln." Ob die Gesellschaft eine eigene Windmesse in Hamburg etablieren will, ist Czernotzky nach eigenem Bekunden nicht bekannt. Die Husumer selbst sind anscheinend wenig nachtragend und haben nicht vor, die Bindung an die Hamburger Messe im kommenden Jahr zu kündigen. Peter Becker: "Die Bedingungen für uns sind gut, und wir sind vertragstreu."
Der Bundesverband Windenergie steht zwar weiterhin zu Husum, legt aber auch den Finger in eine geografisch bedingte Wunde: "Für Husum kommt es jetzt darauf an, sich durch die lange Tradition und den guten Ruf stark zu positionieren. Dazu gehört auch, die infrastrukturellen Schwächen des Standortes durch gute Organisation zu kompensieren", formuliert Präsident Hermann Albers.
Logistik soll leistungsfähiger werden
Die Messe-Gesellschaft hat den Hinweis verstanden und arbeitet an einer leistungsfähigeren Logistik. So setzt sie sich für eine weitere Verkehrsanbindung und mehr Parkplätze ein - und präzisiert die Selbstdarstellung. "Wir haben mit dem größten Erlebnis-Windpark der Welt ein authentisches Umfeld", macht Becker Anleihen bei den Windparks in der Region. Zurzeit sind nach Messeangaben gut 600 Windräder in Nordfriesland installiert. Die Gesellschaft spricht von der "weltweit höchsten Dichte an Windkraftanlagen".
Gemeinsam mit Touristikern wird an einer gezielten Ansprache der Messebesucher über das regional verbreitete Online-Buchungssystem gearbeitet. "Wir wollen eine noch stärkere Bündelung der Angebote speziell für Messebesucher erreichen", erklärt Jutta Albert, Geschäftsführerin der "Tourismus- und Stadtmarketing Husum GmbH". Die Messeveranstalter gehen von mehr als 32.000 Hotelbetten in der Region aus. Dabei ist die mindestens ebenso große Zahl an Privatunterkünften nicht berücksichtigt. Die Messe rechnet für die "Wind Energy" 2012 mit 36 000 Besuchern aus 90 Nationen.
(juk, shz)

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