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amrum: leidiges dauerthema : Wilde Dünentümpel trocknen aus

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Endlich wird gehandelt: In dem sich ständig aufstauenden Wriakhörnsee wird der Wasserstand mittels einer Pumpe gesenkt.

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2015 | 12:00 Uhr

„Seit Donnerstag wird gepumpt“, vermeldet Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus. Damit wird endlich gehandelt und die Regulierung des Wasserstandes des Binnensees in den Dünen vor Wittdün in Angriff genommen.

Über die negativen Auswirkungen des sich kontinuierlich aufstauenden Wriakhörnsees (wir berichteten) waren sich Gemeinde und zuständige Ämter generell einig, doch galt es, Bedenken des Naturschutzes fachkundig auszuräumen. Beim Absenken des Sees, der in den vergangenen Jahren mindestens einen Meter über den einstigen Höchststand anstieg, sollten keine negativen Auswirkungen für Flora und Fauna entstehen.

Betrachtet man die umliegende Dünenlandschaft landeinwärts, wird deutlich, dass viele Tümpel seit dem Anschwellen des Wriakhörnsees entstanden und bestehende Dünenseen stark angestiegen sind. Mit dem Ergebnis, das unzählige Schwarzkiefern entlang der nun durchs Wasser verlaufenden Bohlenwege ihren Halt verloren und umstürzten oder in eine bedrohliche Schieflage gerieten. Nun, wo mit einer einfachen, aber mit einer enormen Förderleistung ausgestatteten Pumpe zu Werke gegangen wird, zeichnete sich schon nach den ersten Tagen ab, dass die wilden Dünentümpel langsam austrocknen. Anhand eines Peilstabs im See wird der Erfolg bereits deutlich.

„Es konnte schon gar nicht mehr angehen, wie dieses dauerhafte Problem verschleppt wurde“, wettert Jungclaus. Manche Dinge dauern ja von Natur aus länger als andere, doch bei der Bewältigung dieses Dauerthemas schienen noch bürokratischere Parameter als anderswo zu gelten. Unzählige Telefonate und Sitzungen hatten dem Bürgermeister endlich eine vorläufige Freigabe per Fax seitens der Unteren Naturschutzbehörde eingebracht. Das bedeutete, dass er auf den einstigen Wasserstand absenken durfte. Nur wie, das war noch nicht geklärt.

Eine Bereisung der Landesküstenschützer nutzte das Gemeindeoberhaupt, um die Problematik erneut zur Sprache zu bringen. Von Dr. Johannes Oelerich, dem Direktor des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN), habe er eine kurzfristige technische Lösung der dauerhaften Regulierung des Wasserstandes eingefordert. Und Oelerich das Versprechen abgenommen, innerhalb einer Woche Ergebnisse beziehungsweise Lösungsvorschläge zu liefern, berichtete der Bürgermeister.

Schon seit Jahren zeichnet sich ab, dass sich Zu- und Abfluss des Süßwassersees im Bereich des Wittdüner Kniepsandes nicht im Gleichgewicht befinden. Die einstige Lösung, das überschüssige Wasser mittels eines Rohres unter den Dünen hindurch auf den Kniepsand zu leiten, funktioniert aufgrund der zunehmenden Versandung an der Austrittsstelle nicht mehr. „Der Eintrag auf dem Kniepsand ist in diesem Bereich gewaltig und das Niveau der Sandfläche am Auslaufpunkt hat sich sukzessive erhöht“, erklärte Jungclaus. Die Öffnung des Auslaufrohres liege nun rund einen Meter unter der Sandoberfläche und könne nur durch Maschineneinsatz freigehalten werden. Daher war geplant, den Austrittspunkt durch die Verlängerung der Rohrleitung seewärts an eine deutlich flachere Stelle des Kniepsandes zu führen. Vom LKN waren allerdings Befürchtungen geäußert worden, dass aufgrund des zu geringen hydraulischen Gefälles der natürliche Überlauf trotzdem nicht funktionieren werde.

Mittels der durch einen Traktor angetriebenen Pumpe soll nun der alte Höchstwasserstand erreicht werden. Im Anschluss müsse, so Jungclaus, eine Lösung zur dauerhaften Regulierung umgesetzt werden. Da der Grundwasserspiegel auch in den bebauten Gebieten, die tiefer gelegen sind, angestiegen ist, wurden bereits vor Jahren Zusammenhänge mit dem Wasserstand des Wriakhörnsees beobachtet. Die Entwässerungsgräben im Marschbereich Wittdüns müssen ebenfalls überarbeitet werden, um das überschüssige Oberflächenwasser abführen zu können, betonte Wittdüns Bürgermeister. Bei den Aufträgen für die Erhaltungsausbaggerung seien Dauervereinbarungen abgeschlossen worden. Die Maßnahme soll nun schnellstmöglich erledigt werden. Das Tieferlegen eines Ablaufrohres unter der Straße zum Seezeichenhafen hindurch werde noch vor der Hauptsaison ausgeführt. Ein früherer Termin sei aufgrund der hohen Auslastung des Auftragnehmers nicht möglich.

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