Föhr und Amrum : Wieder echte Inselkinder

72 Ehen  wurden 2017 auf dem Amrumer Leuchtturm geschlossen.
72 Ehen wurden 2017 auf dem Amrumer Leuchtturm geschlossen.

Auch 2017 gab es trotz der Kreißsaal-Schließung Geburten auf Föhr. Der Heiratstourismus boomt auf beiden Inseln weiter.

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23. Januar 2018, 12:10 Uhr

Wyk | Der Wyker Kreißsaal ist nun schon über zwei Jahre geschlossen – echte Inselkinder gibt es aber trotzdem weiterhin. Vier kleine Insulaner wurden im vergangenen Jahr auf Föhr geboren, drei davon als geplante Hausgeburten auf Föhr-Land. Drei Jungs und ein Mädchen – im Vergleich zu den Geburtenzahlen früherer Jahre, als es für Insulanerinnen noch selbstverständlich war, ihre Kinder auf der Insel zur Welt zu bringen, ist das eine verschwindend kleine Zahl. „Von 1874 bis 2016 gab es 15.415 Geburten auf Föhr“, listet die Wyker Standesbeamtin Anja Jakobsen auf. Doch gegenüber 2016, als nur noch zwei kleine Föhrer auf der Insel zur Welt kamen, hat sich die Geburtenzahl auf der Insel wieder verdoppelt, und sollte das geplante Geburtshaus realisiert werden können, dürften es in Zukunft wieder deutlich mehr Inselkinder werden.

2017 blieb es bei vier Geburten auf Föhr und keiner auf Amrum – ungebrochen ist dagegen der Heiratsboom auf beiden Inseln. 154 Eheschließungen gab es auf Föhr (2016: 158), 177 auf Amrum (2016: 166). Allerdings waren auch im vergangenen Jahr die wenigsten Hochzeitspaare Insulaner, nach wie vor sind Föhr und Amrum beliebte Ziele für Heiratstouristen aus dem In- und Ausland.

Auf Föhr standen 18 Paaren von Föhr-Land und 14 aus Wyk 122 auswärtige Hochzeiter gegenüber, auf Amrum war das Verhältnis mit eins zu 176 noch krasser. Gerade mal 0,6 Prozent der Hochzeitspaare stammten von der Insel. Beliebtester Trauort auf Amrum ist der Leuchtturm. Hier wurden letztes Jahr 72 Ehen und eine eingetragene Lebenspartnerschaft geschlossen. Im Öömrang Hüs gab es 50 Ehen und eine Lebenspartnerschaft, im Amt wurden 41 Ehen (davon drei gleichgeschlechtliche) sowie fünf Lebenspartnerschaften geschlossen, zwölf Paare gaben sich das Ja-Wort in der Nebeler Mühle und zwei an Bord der „Eilun“.

Auch wer auf Föhr heiratet, kann dies auf der Nordsee tun – als Trauorte stehen die Segelschiffe „Ronja“ und „Labor Sanitas“ zur Verfügung. 13 Paare heirateten dort im vergangenen Jahr, 17 entschieden sich für das Museum Kunst der Westküste in Alkersum, drei für die „Friesenstube“ in Wrixum, und eines für den erst kürzlich neu dazu gekommenen Saal im Nieblumer Weingut Waalem. Am beliebtesten sind bei Föhrer Hochzeitspaaren nach wie vor das Haus Olesen im Friesenmuseum (32 Trauungen) und das Trauzimmer im Wyker Amtsgebäude (88).

Neben „klassischen“ Ehen gab es auch auf Föhr eingetragene Lebenspartnerschaften: Drei Paare, eines aus Oevenum und zwei auswärtige, ließen sich 2017 im Wyker Standesamt eintragen, bevor dann am 1. Oktober die „Ehe für alle“ kam und zwischen hetero- und homosexuellen Paaren kein Unterschied mehr gemacht wird.

12.797 Sterbefälle hat das Föhrer Standesamt von 1874 bis 2017 beurkundet, 80 davon im vergangenen Jahr. 49 Wyker sind 2017 verstorben, außerdem 25 Insulaner von Föhr-Land sowie sechs Menschen, die ihren Wohnsitz nicht auf der Insel hatten. Auf Föhr-Land musste im vergangenen Jahr lediglich in Dunsum kein Toter beklagt werden. Die meisten Sterbefälle gab es in Utersum (fünf) sowei in Alkersum und Oldsum (je vier). Drei Verstorbene kamen aus Oevenum, jeweils zwei aus Midlum, Nieblum und Wrixum und je einer aus Borgsum, Süderende und Witsum. Amrumer waren im letzten Jahr bei den auf Föhr registrierten Sterbefälle nicht dabei.

Dem Amrumer Standesamt wurden elf Sterbefälle gemeldet. Neben vier Norddorfern, drei Nebelern und einem Wittdüner verstarben auch drei Menschen vom Festland auf der Insel.

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