zur Navigation springen

Im Föhrer Westen : Wieder Chancen für den Deichbau

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach dem umstrittenen Beschluss der Oevenumer Gemeindevertretung gibt es neue Pläne für die Kleientnahme. Das erfuhren die Mitglieder des Fachausschusses Föhr.

shz.de von
erstellt am 29.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Die notwendige Deichverstärkung zwischen Utersum und Dunsum schien in weite Ferne gerückt zu sein, nachdem die Oevenumer Gemeindevertretung sich mehrheitlich gegen den Verkauf des Mittelfardingswegs an den Verein Elmeere ausgesprochen hatte. Doch nun gibt es Hoffnung, dass die Frage der Klei-Entnahme für den Deichbau auf andere Weise beantwortet werden kann. Brandaktuell war diese Information, mit der Dr. Hark Ketelsen, Geschäftsführer des Deich- und Sielverbandes, bei der jüngsten Sitzung des Fachausschusses Föhr aufwartete.

Nach dem Generalplan Küstenschutz, so Ketelsen, stehe der Schutzwall zwischen Utersum und Dunsum als letzter Abschnitt der insularen Deichverstärkung auf dem Programm. Der ursprüngliche Zeitplan für das Projekt sei durch die Entscheidung der Oevenumer Gemeindevertretung komplett über den Haufen geworfen worden. Er komme direkt von einem Sondierungsgespräch beim Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) zurück, an dem auch Vorstandsmitglieder von Elmeere teilgenommen hatten. Danach könnte sich diese Naturschutzvereinigung vorstellen, dass westlich des Mittelfardingsweges eine kleinere Lösung der Klei-Entnahme gefunden werden könne. Die dann zu erwartende Menge, die noch genauer berechnet werden müsse, reiche jedoch nicht aus, um den Bedarf zu decken. Für die Verstärkung des Deiches auf einer Länge von 3,5 Kilometern werden, so Ketelsen, 300  000 Kubikmeter Klei und 600  000 Kubikmeter Füllsand benötigt. Der Deich- und Sielverband hat auch eigene Flächen, die für die Klei-Gewinnung zur Verfügung stehen. Damit könne man über fast 75 Prozent der benötigten Menge verfüge. „Die Chancen stehen damit nicht schlecht, dass wir genügend Material für den Deichbau zur Verfügung haben“, erklärte Hark Ketelsen. Es gelte nun eine Lücke von 40  000 bis 80  000 Kubikmetern Material zu füllen. Deshalb appellierte der Geschäftsführer des Verbandes an alle, Besitzer von Grundstücken, die für die Kleigewinnung geeignet sind, für eine Bereitstellung der Flächen zu gewinnen. Man suche auch dringend Land für Ausgleichsmaßnahmen.

Das LKN sei als letzte Möglichkeit auch bereit, Klei aus den Gräben in der Marsch zu verwenden. Doch spricht nach Überzeugung von Hark Ketelsen viel gegen dieses Lösung. Die Qualität des Materials sei im Vorweg nicht einzuschätzen, die Gefahr der Straßenschäden sehr hoch und eine weitere Vertiefung der Gräben haben zur Folge, dass sich die Bisame noch weiter einnisten können. Die Entnahme von Klei aus dem Vorland sei ebenfalls keine Option. Einerseits zerstöre man damit den natürlichen Schutz des Deiches und andererseits werde es auch kaum möglich sein, die notwendigen Genehmigungen zu erhalten.

Auch der immer wieder geäußerte Vorschlag, einen Asphaltdeich zu errichten, findet beim Geschäftsführer des Deich- und Sielverbandes keine Gegenliebe. Solch ein Bauwerk sei nicht nur aus optischen Gründen abzulehnen. Vielmehr sei die Unterhaltung solch eines Deiches auf Dauer wesentlich aufwändiger und teurer als die eines Grasdeiches.

Damit die Mitglieder des Fachausschusses eine Vorstellung vom geplanten Klimaschutzdeich bekommen konnten, erläuterte Ketelsen, dass dieser eine Basis von 100 Meter haben und die Deichkrone fünf Meter breit sein würde. Damit könne man notfalls noch eine Kappe aufbauen, falls der Meeresspiegel weiter steigen würde.

Auch Amtsvorsteherin Heidi Braun unterstützte Ketelsens Feststellung, dass der Deich im Interesse aller Insulaner dringend verstärkt werden müsse. „Bei Sturm pustet ganz schön was über den Deich“, stellte sie fest.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen