zur Navigation springen

Besuch in den Grundschulen : Wie Bilder in die Bücher kommen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Illustratorin Silke Brix berichtete Föhrer Kindern von ihrer Arbeit. Außerdem bot sie in Wyk zwei Workshops an.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2014 | 19:00 Uhr

Begegnungen von Schriftstellern und Schülern gibt es auf Föhr schon seit fünf Jahren. Vor einem Jahr besuchte die Autorin Kirsten Boie die Inselschulen. Dieses Mal angereist: Die Illustratorin Silke Brix, die den Grundschülern von Wyk und Föhr-Land über ihre Arbeit berichtete. Als Mitveranstalter kümmert sich der Friedrich-Bödecker-Kreis, dessen Ziel die Leseförderung von Kindern und Jugendlichen ist, darum, dass Schulklassen und Kreative zusammengebracht werden – so kann Lesestoff ganz anders wirken: dichter, greifbarer, durch eine Person, die ihr Metier praktisch präsentiert.

Rappelvoll war der Musiksaal der Rüm-Hart-Schule. Silke Brix, Jahrgang 1951, aufgewachsen im Kreis Plön, langjährige Zeichnerin heiterer Kinderbücher, ging auf ihr Schülerpublikum sympathisch-souverän ein. Von Kindesbeinen an entdeckte Brix großes Interesse für das Malen, Notiz davon nahm so früh jedoch niemand – Kinder kritzeln eben. Mit Leidenschaft und Passion über mehrere Jahrzehnte erschuf sie unzählige Buchillustrationen. Mit dem ZDF-Format „Siebenstein“ kam es ebenfalls zur Kooperation – hierfür lieferte Silke Brix phantasievolle Bilder, intensive Redaktions-Gespräche gingen stets voraus.

Silke Brix, alle Schulkinder konnten sie duzen, hielt immer wieder farbenfrohe Buchseiten dem jungen Publikum entgegen, animierte zum Mitdenken und erklärte, wie das Ganze am Zeichentisch entstanden war. Die Kids stimmten ab, welche Bücher erklärt und näher gebracht wurden, manche Geschichten kannten sie. Und so gab es regen Austausch. Nur einige der Helden: Ferdinand, Rosalie, Meerschweinchen King Kong, Schlafwandler Jan-Arne, Frieda und Michel. Froschpolka, an Lianen schwingende Äffchen, Rosalies Zimmer völlig verwüstet... – Kinderaugen und Ohren hatten Spaß. Per Flipchart zauberte Silke Brix zwischendurch Figuren und Szenen herbei, so rasch, dass man nur staunen konnte.

Im Frage-Antwort-Kreis erzählte sie kindgerecht, wie zum Beispiel ihre Arbeitsweise immer unterschiedlich funktioniert, unter anderem mit Autoren-Kollegen Marko Simsa oder Kirsten Boie. Aquarell- und Acrylfarbe sind in der Umsetzung wichtig, Brix gestaltet stets 1:1, das heißt, so wie sie bei der Größe ihrer Figuren beginnt, wird auch der fertige Druck erscheinen. Als das bislang visuell-verrückteste Projekt nannte die Künstlerin „Der kleine Pirat“, ebenfalls eine Zusammenarbeit mit Kirsten Boie.

Fast 70 Kinder meldeten sich zu zwei von Brix geleiteten Mal-Workshops an – sie beflügelte „ihre Kids“ pausenlos, die individuelle Kreativität mit ins Spiel zu bringen und laufen zu lassen. Pendelnd zwischen mehreren „Mal-Werkstätten“ hatte sie immer offene Ohren für die „Zeichenstudenten“ von morgen. Anhand gut nachvollziehbarer Wachsmalstriche gab sie Profi-Wissen oder Extra-Kniffe weiter und berichtete vom gar nicht so glamourösen, aber zufrieden stimmenden Illustratoren-Alltag.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen