positive bilanz : Wichtiges Jahr für die Brücke

Die Brücke-Vorsitzende Eva-Maria Findeisen.
Die Brücke-Vorsitzende Eva-Maria Findeisen.

Die Angebote der Brücke wurden im vergangenen Jahr erfreulich gut angenommen, konstatierte die Vorsitzende der Selbsthilfeorganisation, Eva-Maria Findeisen, bei der Mitgliederversammlung.

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03. Juli 2014, 08:00 Uhr

„Die Angebote der Brücke wurden im vergangenen Jahr erfreulich gut angenommen.“ Dies konstatierte die Vorsitzende der Selbsthilfeorganisation, Eva-Maria Findeisen, bei der Mitgliederversammlung. Dabei verwies sie auf die regelmäßigen Treffen der Selbsthilfegruppen, aber auch auf die Informations- und Diskussionsveranstaltungen, wie zum Beispiel die Philosophischen Wintergespräche.

Das abgelaufene Jahr war sowieso für diesen Verein zur Unterstützung von Menschen in Not von besonderer Bedeutung: Konnte doch dank Zuschüssen und Spenden eine dauerhafte Unterkunft in der Wyker Strandstraße geschaffen werden. Die für die Gewährung dieser Zuschüsse erforderlichen Formalitäten seien jetzt abgeschlossen, informierte die Vorsitzende, und sie berichtete auch von einer Sondertilgung für das Darlehen, das die Brücke zur Finanzierung des Baus aufgenommen hat. „In zehn Jahren wird der Verein wieder schuldenfrei sein“, ist Eva-Maria Findeisen überzeugt.

Erfreut berichtete sie von großem Interesse der Insulaner an dieser neuen Einrichtung. Deutlich geworden sei dies unter anderem am „Tag der offenen Tür“ und bei einem Besuch der Föhrer Landfrauen. Pünktlich zur Mitgliederversammlung waren auch der neue Flyer der Brücke erschienen und die Homepage freigeschaltet, die unter www.bruecke-foehr.de zu erreichen ist. Die Vorsitzende stellte diese neue Seite den Mitgliedern vor, wobei sie besondere Freude am virtuellen Rundgang durch die neuen Räume zeigte.

In Vertretung der Kassenwartin Elke Hille-Hamann erläuterte Findeisen auch den Kassenbericht, der recht ansehnliche Summen aufweist und für den Verein positiv abschließt. Die Arbeit der Brücke wird durch Zuschüsse unter anderem der Stadt Wyk, des Amtes Föhr-Amrum, des Kreises und des Landes unterstützt.

Zu den Formalitäten der Versammlung gehörten auch Wahlen. Dr. Joachim Wulf wurde als zweiter Vorsitzender bestätigt.

Auch im 33. Jahr ihres Bestehens haben die Hilfs- und Beratungsangebote der Brücke nichts von ihrer Bedeutung verloren. Deutlich wurde dies beim Bericht von Christel Wippermann, die seit November 2011 hauptamtlich für die Suchtberatung auf Föhr und Amrum verantwortlich zeichnet. Sie charakterisierte das Ziel ihrer Beratung als Unterstützung auf dem Weg aus einer Krise hin zu einem selbstveranwortlichen und suchtfreien Leben. Dabei lege sie besonderen Wert auf ein persönliches und vertrauensvolles Miteinander.

Im vergangenen Jahr suchten 97 Personen die Hilfe von Christel Wippermann. Davon waren, wie sie ausführte, 49 direkt Betroffene, 19 Angehörige sowie 29 Menschen, die psychosoziale Beratung suchten. Am häufigsten vertreten waren dabei die 51- bis 65-Jährigen. Wippermann befürchtet, dass Abhängigkeitserkrankungen im Alter an Bedeutung gewinnen werden. In 31 Fällen war die Sucht dem Alkohol geschuldet. Aber anzutreffen waren auch Abhängigkeiten von Cannabis, Medikamenten, Heroin und Kokain sowie Ess-Störungen und Spielsucht. An insgesamt 42 Tagen war die Suchtberaterin auf Amrum im Einsatz. Dort hatte sie regelmäßig sechs Termine pro Tag zu absolvieren.

Seit 1999 werde die ambulante Nachsorge von der Deutschen Rentenversicherung unterstützt, komme dies doch ihrem Ziel entgegen, die Erwerbstätigkeit der Menschen aufrecht zu erhalten. Wippermann wies weiter auf die Motivationsgruppe hin, in der auch Männer und Frauen vertreten seien, die schon lange trocken sind, was sehr positiv für den Austausch sei. Abschließend informierte die Suchtberaterin über ihre Netzwerkarbeit auf den Inseln und auf dem Festland und die Präventionsmaßnahmen an den Schulen. Sie schloss mit der Feststellung, dass die neuen Räume inzwischen von den Klienten gut angenommen und gelobt würden. Nach dem Umzug in die Strandstraße seien nämlich zunächst einige Betroffene weggeblieben.

Auch die Selbsthilfegruppen unter dem Dach der Brücke sind weiterhin sehr aktiv, wie die Mitglieder im weiteren Verlauf der Versammlung erfuhren.

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