Föhr : West nimmt Kurs Nord

Künstler und Laudator: Ole West (li.) und Michael Steuer verstanden sich prächtig.
Künstler und Laudator: Ole West (li.) und Michael Steuer verstanden sich prächtig.

Zum ersten Mal: Der Wedeler Künstler stellt im Wyker Friesenmuseum aus.

shz.de von
16. Juli 2018, 15:00 Uhr

Satte Farben, prägnante Motive und Darstellungen kreativen Denkens – für sich sprechend, im wahrsten Sinne des Wortes. Betrachtet man Wal, Hummer und Seevogel, vereint am Strand für
„Die Besprechung“, lässt ihre Mimik, ihre wissenden Blicke auf sich wirken, werden Gedanken zu phantastischen Geschichten. Ole Wests Arbeiten fesseln des Betrachters Blick und beflügeln seine Gedanken. Ein Bild – mannigfache Geschichten.

„Kurs Nord“ heißt die Ausstellung, die den Maler ins Friesenmuseum führte. Am Eröffnungsabend erwartete ihn, seine Frau Elke und die zahlreichen Gäste eine musikalisch und schauspielerisch liebevoll inszenierte Hommage an den Künstler, fernab theoretischer Abhandlungen seines Werdegangs und seiner Kunst. Sie begann mit dem Lied „Da wird eine Insel sein...“, stimmungsvoll vorgetragen von der Föhrer Musikerin Diana Jeß. Es folgten Willkommensgrüße der Museumsleiterin Jutta Kollbaum-Weber und Dankesworte, vor allem an die Buchhändler Kirsten Müller-Weckenmann und Thomas Weckenmann, die die Verwirklichung des Wunsches von Ole West, auf Föhr auszustellen, möglich machten. Anschließend hieß es Bühne frei für Michael Steuer, den sich West als Redner gewünscht hatte. Gekonnt persiflierend, welchen mit Fachausdrücken gespickten Reden Vernissagengäste manchmal folgen müssen, gelang ihm spielend der Übergang vom zerstreuten Gelehrten, der viel sprach, aber wenig Verständliches sagte, zum Laudator, der humorvoll und treffend Ole West und sein künstlerisches Schaffen würdigte. Steuer beschrieb den Wedeler als markantesten, wenn nicht sogar einzigen Vertreter des „Maritimen Surrealismus“. Als Künstler hat der Mensch Ole West sein Ventil gefunden, die Realität des Alltags nach dem Prozess des Verarbeitens durch geänderte Sichtweisen neu zu ordnen und daraus großartige Bildwelten entstehen zu lassen.

Die Sommerausstellung „Kurs Nord“ zeigt mit 60 Werken die Vielfältigkeit des künstlerischen Schaffens von Ole West. In seinem typischen Stil gemalte Fische, Krustentiere, Meeressäuger, Seemannsgarnspinner und andere küstennahe Zwei- und Vierbeiner, außergewöhnlich und prägnant vereint in großformatigen Kompositionen, offenbaren ihre kraftvolle Präsenz neben Schiffsdarstellungen und gezeichneten Leuchtfeuern, Leuchttürmen, Walen, reetgedeckten Häusern oder Küstenansichten auf Seekartenausschnitten.

Diana Jeß stimmte mit zwei weiteren Liedern auf die Ausstellung ein, bevor Michael Steuer noch eine Überraschung präsentierte – Georg Dittmar, einen Amrumer Malerkollegen und Sänger der Band „Crazy Horst“, der mit dem Lied „Künstler sind nicht überflüssig ...“ Ole West und seine Gäste zum Schmunzeln brachte.

West zeigt zum ersten Mal, speziell für seine erste Föhrer Ausstellung, in unterschiedlichen Techniken erstellte, maritime Bilder – seine Hommage an die Insel Föhr und ihre Seefahrer- und Walfängergeschichte, die im Friesenmuseum mit seinen kulturhistorischen Schätzen aus vergangengen Seefahrer- und Walfängertagen der Insel einen perfekten Rahmen gefunden hat. Gerne folgt man ihm in seine Gedankenwelten. Eine Besucherin schwärmte: „Welch herrlich lebendige Atmosphäre durch das Zusammenwirken der modernen Kunstwerke und der historischen Zeugnisse vergangener Tage.“

Die Ausstellung „Kurs Nord – Neues von Ole West“ ist bis zum 30. September im Friesenmuseum zu sehen. Eine Signierstunde mit West findet am 8. August in der Wyker Buchhandlung statt.









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