Auf Föhr : "Wer nur Hasen nicht bejagt, versagt"

Der Hase war Protagonist in der jüngsten Hegeringversammlung.
Der Hase war Protagonist in der jüngsten Hegeringversammlung.

Im Rahmen der Hegeringversammlung hielt der Hasen-Experte Dr. Daniel Hoffmann einen Vortrag über die Population auf der Insel.

shz.de von
22. März 2017, 12:30 Uhr

„Ja, es gibt den Föhrer Hasen, der sich genetisch deutlich von Hasen in anderen Regionen unterscheidet.“ Diese Aussage stammt aus dem Munde von Dr. Daniel Hoffmann, der zusammen mit anderen Forschern die Hasenpopulation auf Föhr und noch länger auf Pellworm untersucht. Er fügte gleich hinzu: „Anzeichen für Inzucht wurden bisher aber nicht festgestellt.“

Interessante Thesen, die der Wissenschaftler mit zahlreichen Labor- und Studienergebnissen in seinem Vortrag – im Rahmen der Jahresversammlung des Hegerings in „Knudsens Gasthof“ in Utersum – belegte. Den Vortrag stellte er unter folgende Frage: Schleichender Rückgang des Niederwildes als Folge der Schwächung des Immunsystems in der modernen Landwirtschaft?

„Wer nur die Hasen nicht bejagt, hat schon versagt“, formulierte Hoffmann ketzerisch und begründete seinen Standpunkt mit vielen anderen Faktoren, die Auswirkungen auf den Gesundheitszustand und die Vermehrungsquote von Hasen haben. So hätten Untersuchungen der Universität Wien gezeigt, dass Sommergetreide und artenreiches Dauergrünland einen wertvollen Hegebeitrag leisteten, während die Brache und der Verzicht auf die Bejagung kaum zur Hasenhege beitrügen. Vielmehr müsse man für eine niedrige Prädationsrate (wenige Fressfeinde) und optimale Biotope sorgen, um das Immunsystem der Hasen zu stärken.

Immer wieder kursieren Gerüchte, nach denen die Ausbringung des Gärsubstrates der Biogasanlagen und der Gänsekot ursächlich für das vermehrte Hasensterben seien. Beiden Gerüchten erteilte Hoffmann eine Absage. Beide hätten keinen direkten Einfluss auf die Hasen. Selbst die Escherichia-Coli-Bakterien, die man in den Hasen gefunden hätte, seien von anderen Stämmen als die, die im Gänsekot waren.

Rund 70 Jäger verfolgten den anschaulichen Vortrag im Verlauf der Hegeringsversammlung, durch die Hegeringsleiter Gerd Ohlsen souverän führte und zu der auch der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Nordfriesland, Jochen Muxfeldt, gekommen war (wir werden noch berichten).

Die Forschungen rund um den Feldhasen laufen übrigens weiter und in Zusammenarbeit mit dem Föhrer Hegering sollen mit der Besenderung von Junghasen genauere Daten über das Verhalten der Feldhasen gewonnen werden.






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