20 Jahre Tierhuus auf Föhr : Wenn Zwei- und Vierbeiner feiern

Ungewohnt: Die Besucher machten die Ziege neugierig.
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Ungewohnt: Die Besucher machten die Ziege neugierig.

Jubiläum in Wyk: Tier-Gottesdienst und buntes Programm.

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17. Mai 2018, 12:30 Uhr

Öffnet man vorsichtig die Haupteingangspforte, beobachten zwei große braune Augen den Herannahenden. Ein paar Schritte weiter hört man ein leises Schnauben: Vom Sandplatz begrüßen drei Pferde jeden Gast. Leise erklingt das leise Meckern eines kleinen Lammes, das sich unter einem Bauwagen versteckt, und zwei Ziegen kommen neugierig an den Zaun. Sie alle scheinen zu spüren, dass ein besonderer Tag ist, denn es kommen immer mehr Besucher. Gefeiert wird an diesem Tag tatsächlich: das 20-jährige Bestehen des Tierhuus Föhr.

Janine Bahr-van Gemmert und André van Gemmert hatten zu diesem Jubiläum eingeladen. Zu den zahlreichen Gästen gehörten auch Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen und Dirk Jeß. Der Süderender Pastor feierte eine Premiere: Erstmals gestaltete er den Tiergottesdienst. Jeß erinnerte an die Schöpfungsgeschichte und die Ehrfurcht gegenüber der Natur. „In diesem Tierhuus kümmert man sich besonders um Tiere in Not“, betonte der Pastor. Zu spüren sei, dass jeder auf dem Gelände den Tieren Respekt und Achtung entgegenbringe; alle seien engagiert und mit vollem Herzen dabei. Diese Initiative hätte zu einer Bewusstseinsänderung geführt, so Jeß, „gäbe es das Tierhuus nicht, sähe es auf der Insel anders aus“.

Der Gottesdienst unter blauem Himmel wurde begleitet von fröhlichen Liedern wie „Geh aus mein Herz und suche Freund“. Und ein Lied konnten alle Besucher mit Birke Licht einstudieren: „Kein Tierlein ist auf Erden dir, lieber Gott zu klein“. Es passte zum Anlass und zur feierlichen Stimmung.

Das im vergangenen Jahr eingeweihte neue Haus mit Behandlungsraum, Futterküche und sechs Wildtierräumen beherbergt derzeit Igel, 30 Kiebitze und andere Jungvögel sowie Lämmer, Kaninchen und viele Katzen. Vor 20 Jahren war der Verein „Tierhuus Insel Föhr“ von Janine Bahr gegründet worden. Verletzte Wildtiere und Fundtiere aller Art werden hier seitdem tiermedizinisch versorgt und bis zur Wiederauswilderung betreut. Zudem werden auch Tiere aufgenommen und an neue Besitzer vermittelt.

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