Wyk : Wenn Machos aufeinandertreffen

Der Kampf der Giganten zog auch viele Zuschauer an.
Der Kampf der Giganten zog auch viele Zuschauer an.

Spektakel am Hafen: Viele Hähne krähten um die Wette und einige blieben auch ganz stumm.

shz.de von
14. August 2018, 12:00 Uhr

„Nicht einmal die Drohung mit dem Kochtopf hat etwas bewirkt“. Etwa ratlos stand eine Föhrerin vor dem Käfig ihres Hahnes, der beim vom Föhrer Kleintierzuchtverein U 41 ausgerichteten Krähwettbewerb keinen einzigen Ton von sich geben wollte. Bei diesem Wettstreit auf der Westkaje des Wyker Binnenhafens waren 46 Hühner-Machos an den Start gegangen, mehr als im vergangenen Jahr, wie der Vorsitzende des Vereins, Frank Lubomierski, erfreut feststellen konnte.

Präsentiert wurde bei diesem geräuschvollen Spektakel die ganze Bandbreite der auf der Insel vertretenen Hühnerrassen: Von ganz klein, wie die holländischen Zwerge, bis ganz groß, den Mechelner Hühnern. Mit einem Ayam Cemani war sogar ein indonesischer Kampfhahn vertreten, der komplett in Schwarz die Blicke, allerdings nicht die Ohren auf sich zog. Dieser Exot, das berichtete seine Besitzerin, weist sogar schwarzes Fleisch und schwarze Knochen auf. Lediglich die Eier dieser Rasse unterscheiden sich in ihrer Farbe nicht von anderen Hühnereiern.

Beim Kräh-Wettbewerb waren nicht nur die jüngeren und älteren Mitglieder des Vereins mit ihren Tieren an den Start gegangen. Vielmehr hatte Lubomierski auch 15 Kurgastkinder gezählt, die sich Hähne ihrer Vermieter ausgeliehen hatten, und eine halbe Stunde lang jeden einzelnen Krähversuch ihrer Wettkräher registrierten. Dabei sorgte ein strenges Reglement dafür, dass nicht geschummelt und die Zahl der Hahnenschreie genau registriert wurde. Vor den Käfigen saßen die Juroren und führten ganz genau Buch über die Lautäußerungen der Wettkämpfer.

Nach der Auswertung der Aufzeichnungen zeigte sich, dass bei den Kindern Melf Christiansen den aktivsten Hahn ins Rennen geschickt hatte, der 54 mal sein Kikeriki ertönen ließ. Bei Platz zwei und drei wurde ein Stechen nötig, als aber wieder ein Kräh-Gleichstand erzielt worden war, musste das Los entscheiden: Danach landeten Jenny Christiansen auf dem zweiten und Reik Junge auf dem dritten Platz.

Bei den Erwachsenen konnte Uwe Nebel mit seinem Hahn, der 56 Mal den Schnabel zum Schrei öffnete, den Pokal einsammeln. Es folgten Hark Lorenzen, dessen Wettkämpfer immerhin noch 46 mal gekräht hatte und Birgit Lorenzen, deren Tier 41 mal in einer halben Stunde zu hören gewesen war.

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