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Insel-Bote

24. Oktober 2017 | 00:56 Uhr

Insel-Kunst : Wenn Krabben Tango tanzen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Lübecker Maler Felix Karweick ist begeistert von Amrum. Jetzt stellt er seine skurrilen Bilder in Steenodde aus.

Im Restaurant „Likedeeler“ in Steenodde gibt es wieder Kunst zu sehen. Felix Karweick stellt aus, der gerade kürzlich beim Künstlertreffen des Rotary-Clubs in Norddorf mit seinem geheimnisvollen „Meeresleuchten“ von sich reden machte. In Steenodde hängen jetzt knapp 20 seiner Bilder, darunter Mischtechniken mit Öl oder Acryl, colorierte Tuschezeichnungen und Illustrationen für die Vorträge von Kai Quedens – zu wahren Begebenheiten der Inselgeschichte.

Blickt man auf den Lebenslauf, den der 42-Jährige gleich daneben gehängt hat, findet sich dort eine schöne Beschreibung seines Wirkens. Da steht: „In Lübeck geboren und aufgewachsen, ist Felix Karweick der Küste, dem Meer und allem, was daran, darauf, darüber und darunter so geschieht in tiefer Zuneigung verbunden.“ Tatsächlich zeigt Felix Karweick, der über die Illustration zur Malerei fand, viel Meer, seine Bilder heißen „Möwe – gemeinsamer Start“, „Frauen am Strand – Der Abend und der Morgen“ oder „Birken bei Vogelkoje“.

Felix Karweick zeichnet „seit ich einen Stift halten kann“. Tierzeichnungen mag er auch, verbunden mit grotesken und humorvollen Elementen: seine tierische Band „Soulsister“, Kegelrobben, die mit Möwen kegeln, Krabben, die Tango tanzen, ein Rollmops auf Rollschuhen, den Pottwal mit Zylinderhut und eine blaue Maus in Öl (die beiden letzteren hängen jetzt in Wittdün in der „Maus“)

„Freie Hand“ hat Likedeeler-Chef Klaus „Jesse“ Jessen ihm gelassen bei der Hängung und Auswahl seiner Bilder. Wie lange sie zu sehen sein werden? „Bis zum Biikebrennen, denke ich“, sagt Karweick, der, wenn er Ende September wieder nach Amrum kommt, noch ein neues „Meeresleuchten“-Bild mitbringen will. „Die große Variante“, verspricht der Künstler.

Vor dem Hintergrund ist es schön zu hören, wie Felix Karweick, der auf der Insel immer bei seinem Freund und Malerkollegen Otfried (Pancho) Schwarz wohnt und dort auf der Veranda malt, überhaupt zum ersten Mal auf die Insel kam. Felix Karweick wollte nämlich eigentlich ab in die Welt, irgendwohin möglichst weit weg, damals, 1993, als Belohnung fürs Abitur. Aber nicht allein. Nur – alle Freunde waren verplant. Alle – bis auf einen: Johannes Nachtigall. „Ich fahre nach Amrum“ wiederholte der nur stoisch, als Karweick ihn zum Fernreisen überreden wollte. „Mensch“, sagt Karweick aus der Erinnerung, „ich habe dem gesagt, das sei doch gerade mal 300 Meter entfernt, da könne er doch auch noch nach der Rente hinfahren.“ - „Nur nach Amrum!“, sein Kompagnon blieb hart. Also: Campingplatz Wittdün, erster Abend: Karweick (unerfahren) stolpert hinter Nachtigall (zügiger Schritt) durch die Dünenberge Richtung Kniep. Nachtigall (kurz vor dem letzten Dünengipfel): „Pass auf, jetzt kommts!“. Felix Karweick kann sich noch genau daran erinnern, was er dachte, als er die Nasenspitze über den Dünenkamm hob und den Kniep sah – endlos weit und weiß: „Mich hätte es nicht gewundert, wenn in dem Moment Laurence of Arabia dort entlang geritten wäre.“ Sein Freund erklärte ihm, dass der schmale, blaue Streifen da hinten das Meer sei. Seitdem ist für Karweick klar: „Immer wieder Amrum! 180 Grad Himmel, wo hat man das schon?“ Zurück in Lübeck vermisst er die Luft und den Duft der Insel. „Die Wäsche riecht noch tagelang danach. Eine ganz spezielle Mischung.“

Eine ganz spezielle Mischung von Felix Karweicks Kunst gibts nun also in Steenodde zu sehen.

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