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Insel-Bote

22. Oktober 2017 | 05:21 Uhr

In Wyk : Wellenbad ist ein Sanierungsfall

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Neues Millionen-Projekt: Die Stadt muss in Brandschutz und Energiesparmaßnahmen investieren.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2015 | 11:45 Uhr

Des Öfteren wurde in den vergangenen Jahren bedauert, dass das Wyker Wellenbad nach dem Feuer im Jahr 1993 nicht abgerissen, sondern lediglich saniert worden ist. Damit wären all die Mängel aus der Welt gewesen, mit deren Beseitigung sich die Politiker der Stadt Wyk nun schon seit geraumer Zeit herumschlagen. Bereits im Jahr 2009 war in Folge steigender Preise eine Expertise zum Energieverbrauch in Auftrag gegeben worden. Dazu kam auch noch, dass beim Brandschutz solch gravierende Mängel zu verzeichnen sind, dass die Untere Bauaufsichtsbehörde des Kreises Nordfriesland einige Sofortmaßnahme forderte und bis 2017 eine Beseitigung der Gefahrenquellen verlangt. „Andernfalls kann eine Nutzungsuntersagung erfolgen“.

Eine Maßnahmenliste mit insgesamt 37 Punkten hatte eine Arbeitsgemeinschaft unter Leitung von Amtsdirektorin Renate Gehrmann im Mai dieses Jahres erstellt. Nun wurde in der Sitzung des Finanzausschusses ein umfassendes Konzept zur „Runderneuerung“ des Aquaföhr und des Kurmittelhauses vorgestellt, das Fachleute der verschiedenen Disziplinen erarbeitet haben. Die Vertreter dieser Firmen waren eigens zur Vorstellung der Planungen nach Föhr gekommen, wobei es neben der energetischen Sanierung um Brandschutzmaßnahmen, die Erweiterung des Gebäudes um rund 600 Quadratmeter sowie um die Außenrutsche geht.

Zur energetischen Sanierung des Komplexes schlugen die Experten zunächst eine Eigenversorgung durch den Einsatz eines Blockheizkraftwerkes (BHKW) vor. Die Kosten könnten auf dieses Weise deutlich reduziert werden, da nur noch für einen Spitzenverbrauch Energie zugekauft werden müsse. Ein BHKW, so der Fachmann, habe sich schon nach knapp drei Jahren amortisiert. Die gesamte Anlagentechnik muss komplett erneuert werden. Damit einher gehen Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung. Durch Steuerungs- und Regelungstechnik könne so eine deutliche Senkung des Energieverbrauches erreicht werden.

Unausweichliche Maßnahmen sind unter anderem die Deckendämmung, die Aufrüstung vor allem des Daches und schließlich auch die optimale Regelung der Flucht- und Rettungswege und die Beseitigung kritisch zu beurteilender Bauteile. So müssen unter anderem auch die Segeltücher, die unter der Schwimmhallendecke hängen, als Brandlasten beseitigt werden.

Ein weiterer Punkt der Planung betrifft die Aufstockung über dem Foyerbereich, wodurch eine zusätzliche Nutzfläche von rund 600 Quadratmetern entstehen soll. Durch diese Maßnahme würde die notwendige Sanierung des kompletten Dachaufbaus entfallen. Entstehen könnte in diesen neuen Räumen, die eine Verbindung zwischen dem Kurmittelbereich und dem Wellenbad darstellen, ein besonderes Besucherangebot mit Wellness, Kosmetik und Massage. Dabei sollte dieser Bereich barrierefrei mit einem Aufzug erreicht werden können.

Die Außenrutsche soll nach der Planung erhalten bleiben, wobei auch hier Kosten für die Sanierung anfallen, da das Außenbecken Wasser verliert.

Für die Finanzierung der Maßnahmen müssen insgesamt rund 30 Millionen Euro gerechnet werden – ein kompletter Neubau würde knapp elf Millionen Euro mehr kosten. „Die energetische Sanierung ist förderfähig, wenn ein innovatives Konzept vorliegt“, berichtete Renate Gehrmann auf Nachfrage, wobei sie auf Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium verwies. Auch machte sie deutlich, dass der Betrieb mit Salzwasser sowie Wellenmaschine grundsätzlich erhalten werden sollen. „Salzwasser und Wellen sind die besondere Attraktion für die Besucher“.

Zwar sollen nun die Planungen zunächst in den Fraktionen beraten werden, doch Till Müller (Die Grünen) drängte auf einen konkreten Zeitplan für die weitere Vorgehensweise. „Meine Arbeitsgruppe bekomme ich rasch zusammen“, betonte Renate Gehrmann dazu und brachte ihren Willen zum Ausdruck, noch im Dezember weiter beraten zu wollen.

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