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Wyker Turnerbund : Weißer Sport auf grüner Insel

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mit rund 230 Mitgliedern stellen die Tennis-Spieler die größte Sparte des WTB, die in den vergangenen 46 Jahren viele Titel und Pokale nach Föhr holen konnten.

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erstellt am 17.Dez.2013 | 19:33 Uhr

Mit rund 230 Mitgliedern stellen die Tennis-Spieler die größte Sparte des Wyker Turnerbundes (WTB). Finanziell gesondert aufgeführt und mit einer eigenen Buchhaltung ausgestattet, bilden sie ein besonderes Konstrukt in den Reihen des Vereins. Historisch bedingt, wie der heutige Spartenleiter Gerd Kröger erinnert, denn die Gründung am 29. November 1967 ging mit der Bildung eines großen Vorstandes einher. Mit einer eigenen Satzung und Finanzwirtschaft war die Tennissparte unter dem Dach des WTB weitgehend selbstständig.

Aufgenommen wurden im Gründungsjahr 63 Mitglieder, 33 trugen sich in die Warteliste ein. Deren Länge sollte sich bis 1970 verdoppeln und 1979 bei 178 Mitgliedern 50 Namen enthalten. Gespielt wurde anfangs auf zwei Spielfeldern auf dem Platz an der Mühle, die der Verein 1968 von der Stadt pachtete. Hier sollten sich künftig überwiegend Gäste tummeln, denn im August 1975 konnten drei neue Plätze im Sportzentrum in Besitz genommen werden.

Die Gastspieler waren, neben den begrenzten Kapazitäten des Vereins, Grund für die Wartelisten. Denn die Sparte musste sich finanzieren und tat dies durch Vermietung der Plätze. Man habe davon stets gut profitiert, berichtet Kröger, vor allem als der „Weiße Sport“ dank Boris Becker und Steffi Graf eine wahre Hysterie auslöste und mehr als 400 Mitglieder in den WTB spülte: „Im Sommer waren die Plätze zu Zeiten des Tennis-Booms den ganzen Tag durch Kurgäste ausgebucht“. Auch nachdem die Anlage am Rugstieg gebaut war gab es Wartelisten und bevorzugt wurden Jugendliche aufgenommen.

Einen Eklat erlebte die Tennis-Riege im Jahr 1993, als der gesamte Vorstand geschlossen zurück trat. Bereits fünf Jahre zuvor war erstmals die Idee diskutiert worden, die Anlage am Rugstieg für rund 1,5 Millionen D-Mark zu einem Tennis-Zentrum auszubauen. Bereits damals waren Zweifel an der Finanzierbarkeit laut geworden und auf der Jahresversammlung im Februar 1993 erhielten die Pläne endgültig keine Mehrheit. Die Funktion des Vorstands übernahm nun der WTB und es wurde ein Spartenleiter gewählt. Bis 1997 war dies Antje Nahmens, die 1997 von Gerd Kröger abgelöst wurde.

Mit finanziellen Problemen kämpfen die Tennis-Spieler auch heute noch. Grund sind die laufenden Kosten für die Plätze und die Tennishalle, das größte Bauvorhaben der Vereinsgeschichte. Die war 1978 für 600 000 D-Mark gebaut und Mitte der 1980-er Jahre mit einem Schwingboden samt Teppichboden ausgestattet worden. Es sei versäumt worden, so Kröger, in der Hoch-Zeit Rücklagen zu bilden, weshalb man noch heute Altlasten abtrage.

Sportlich dagegen waren und sind die Insulaner überaus erfolgreich, die sich in den vergangenen 46 Jahren unzählige Titel und Pokale erspielen konnten. So gelang den Senioren der Herren 60 1999 der Aufstieg in die Landesliga. Auch aktuell ist der WTB durchaus erfolgreich. Im vergangenen Winter etwa konnten die Damen 40 in die Verbandsliga Schleswig-Holstein aufsteigen, und die übrigen Mannschaften bewegen sich in den oberen Dritteln der Bezirksligen. Zu den Highlights zählen zudem das regelmäßige Gästeturnier sowie die Jugend- und Vereinsmeisterschaften.

Am Spielbetrieb nehmen heute Herren, Damen und Bambini teil, die nicht selten mit vier Jahren erstmals das Racket schwingen. Trotz aller Erfolge fühlten sich die Verantwortlichen stets dem Breitensport verpflichtet. Besonderes Augenmerk lag stets auf dem Jugendbereich, sportlich aktiv aber ist man in der Sparte bis ins hohe Alter.

Das sportliche Zepter schwingt – nach Reinhold Jensen, Dejan Miloradovic und Jojo Nimcevic – seit acht Jahren Janko Vucetic. Aus Montenegro stammend, spielte der 43-Jährige im ehemaligen Jugoslawien in der zweiten Bundesliga. Bis zu seinem Aufbruch nach Deutschland im Jahr 2003 war Vucetic Nationaltrainer der U-14- und U-16-Mannschaften. Zu seinen Schülern zählte unter anderem Novak Djokovic, die derzeitige Nummer zwei der Tennis-Weltrangliste.

Die Jugendlichen trainieren am Rugstieg donnerstags von 16 bis 17 und freitags von 14 bis 17 Uhr (bis 15 Uhr Schnupperkurs), die Erwachsenen schwingen den Tennisschläger montags von 19.30 bis 22.30 Uhr.

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