Präventionsprojekt an Schulen : Wege hin zum friedlichen Zusammenleben

Am Netz wurde deutlich, dass gemeinsame Ziele nur mit gegenseitiger Hilfestellung zu erreichen sind. Foto: psz
Am Netz wurde deutlich, dass gemeinsame Ziele nur mit gegenseitiger Hilfestellung zu erreichen sind. Foto: psz

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23. November 2009, 11:30 Uhr

Wyk | Unter dem Motto "We respect - es ist nicht immer leicht, ich zu sein" nahmen die vier siebten Klassen der Realschule und des Gymnasiums an einer präventiven Aktion mit dem Ziel eines friedlichen Zusammenlebens teil. Einen Vormittag lang erhielten die Schüler Anregungen, einander wahrzunehmen und zu helfen sowie Brücken zueinander zu bauen. "Der vernünftige Umgang miteinander ist gerade auf einer Insel, auf der verschiedene Kulturen, Traditionen und Religionen zusammen leben, besonders wichtig und kann trainiert werden", betonte Pastor Jörg Weißbach.

Vier Projektorte mit jeweils einem Kooperationsspiel zum Thema "Respekt" hatten Pastoren, Lehrer und Sozialarbeiter vorbereitet, die von den Kids klassenweise durchlaufen wurden. So boten die Gemeindereferentin Angelika Burgdorf und Heike Zimmermann (Sozialarbeiterin der Realschule mit Hauptschulteil) im Veranstaltungszentrum "Kreatives Brückenbauen" an. Im Team war ein Brücke aus Papier zu bauen, nur mit Hilfe von Klebstoff, stabil genug, um am Ende die Überfahrt eines Matchboxautos auszuhalten.

Im Jugendzentrum erfuhren die Kids von Streetworker Lars Obelgönner und Suchtberater Klaus Wrobel, wie sich ein Vollrausch anfühlt: mit Hilfe einer Rauschbrille wurde die Wahrnehmung in betrunkenem Zustand simuliert.

Und während die Pastoren Hanna Wichmann und Jörg Weißbach in der Turnhalle der Grundschule ein Hindernis aufgebaut hatten, das es in sich hatte (die Schüler mussten ein Netz überwinden, wobei jedes "Loch" nur einmal benutzt werden durfte), wurde in der Kapelle in der Süderstraße mit Ute Drewsen-Lorenzen (Sozialarbeiterin des Gymnasiums) diskutiert. Jeder Schüler zog eine Karte mit einem negativen oder positiven Statement zum Thema "Respekt" und nahm dazu Stellung - im Anschluss formulierten die Schüler ihrerseits entsprechende Statements. In der Kapelle, in der Birke Buchhorn-Licht für die musikalische Unterstützung sorgte, fand auch die Abschlussveranstaltung statt, in der jede Klasse den zuletzt besuchten Workshop vorstellte.

Es war die zweite Aktion dieser Art, für deren Durchführung Hanna Wichmann die Idee hatte. Vor zwei Jahren lag der Schwerpunkt auf der Eingliederung von behinderten Menschen in die Gesellschaft und stand unter dem Motto "Voll Normal". Nun können sich die Initiatoren vorstellen, nach Absprache mit der jeweiligen Schulleitung, jährlich ein derartiges Projekt für Jugendliche anzubieten.

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