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Fremdenverkehr : Weg für neue Organisation ist frei

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Gemeinsame Sitzung aller Gemeindevertretungen: Die Föhrer Kommunen beschließen die Gründung des Tourismus-Zweckverbandes.

von
erstellt am 27.Nov.2014 | 08:00 Uhr

Über Monate wurde gestritten und um jedes Detail gerungen, jetzt haben sich die Föher Kommunen in Sachen Tourismus zusammengerauft und am Dienstag in einer gemeinsamen Mammutsitzung der Wyker Stadtvertretung und aller Gemeindevertretungen von Föhr-Land die neuen Strukturen auf den Weg gebracht. Die neuen Strukturen, das sind ein Zweckverband aller Föhrer Gemeinden, der künftig als Träger der Tourismus GmbH fungiert, die Übertragung von Aquaföhr und Veranstaltungsbereich an eine noch zu gründende Betriebsgesellschaft der Stadt Wyk sowie eine neue Berechnungsgrundlage für Stimmrechte und finanzielle Beiträge der Gemeinden. Die orientieren sich künftig an den jeweiligen Einnahmen aus der Fremdenverkehrsabgabe und können sich entsprechend jährlich ändern – genauer als bisher wird so jeder Ort gemäß der Vorteile belastet, die er aus dem Tourismus zieht.

Rund 100 Mandatsträger von Föhr-Land und aus Wyk waren im Kurgartensaal zusammengekommen. „Das gab es auf Föhr bisher noch nie“, betonte Amtsvorsteherin Heidi Braun, die dann daran erinnerte, welch schwere Geburt die Schaffung der neuen Tourismusorganisation gewesen sei. „Wir haben uns das im Herbst viel einfacher vorgestellt, doch dann lief uns das ganze Konstrukt aus dem Ruder“, bekannte sie. Denn es musste nicht nur erreicht werden, dass Wyk und Föhr-Land wieder an einem Strang ziehen. Um das Gebilde, das dabei herauskam, auf sichere Füße zu stellen, mussten auch etliche (steuer)-rechtliche Hürden bedacht werden. Jede Menge Verträge galt es dazu am Dienstag abzusegnen und zu unterzeichnen, 14 Mal musste am Ende des langen Abends jeder Bürgermeister seine Unterschrift und das Gemeindesiegel auf ein Schriftstück setzen, bevor alle erleichtert auf den erfolgreichen Abschluss des Mammutprojektes mit Föhrer Manhattan anstoßen konnten.

Vorangegangen waren dem – nach einem gemeinsamen Sitzungsteil, in dem nur kurz das Prozedere erläutert worden war – getrennte Beratungen und Abstimmungen der einzelnen Gemeindevertretungen. Die gingen jedoch – schließlich war alles in den Wochen zuvor zigmal vorberaten und durchgekaut worden – allesamt schnell über die Bühne.

Neben dem Vertrag über die Bildung des neuen Zweckverbandes „Tourismusverband Föhr“ und der Änderung des Gesellschaftsvertrages der Föhr Tourismus GmbH, die künftig ausschließlich dem Zweckverband gehören wird, mussten auch Verträge über die Beiträge abgesegnet werden, die die Landgemeinden der Stadt Wyk für den Unterhalt des Wellenbades zahlen. Denn von dem profitieren die Gäste der ganzen Insel – genauso wie von den Badestränden der drei Seebäder. Und so regelt ein weiterer Vertrag, die Höhe der Beiträge, die die Erholungsorte für die Strandnutzung an Wyk, Nieblum und Utersum abführen müssen.

Das waren die Verträge, über die öffentlich beraten wurde, nichtöffentlich ging es dann unter anderem um den Abschluss eines Dienstleistungsvertrages zwischen den kommunalen Gesellschaftern der FTG und dem Tourismusverband. Der soll am 15. Dezember gegründet werden, am 17. Dezember soll die konstituierende Sitzung der Gesellschafterversammlung stattfinden – vorausgesetzt, das Finanzamt segnet bis dahin die neue Konstruktion ab.

Und wenn nicht? „Darüber machen wir uns Gedanken, wenn es so weit kommen sollte“, gibt Amtsdirektorin Renate Gehrmann zu, dass sie keinen fertigen „Plan B“ in der Tasche hat. Die Schaffung der neuen Fremdenverkehrsorganisation sei mit der Kommunalaufsicht abgestimmt und von Fachleuten begleitet worden, ist Gehrmann überzeugt, dass sie den auch nicht benötigt.

Sehr wahrscheinlich also werden der neue Zweckverband und die „abgespeckte“, künftig nur noch für das Insel-Marketing zuständige FTG noch vor Weihnachten ihre Arbeit aufnehmen können. Ob das neue Konstrukt länger hält, als sein Vorgänger, daran äußern aber hinter vorgehaltener Hand selbst Politiker, die an seiner Schaffung mitgewirkt haben, Zweifel. „Ich kann immer noch nicht verstehen, dass funktionierende Strukturen einfach zerschlagen wurden“, meinte etwa eine Wyker Stadtvertreterin vor der Sitzung. „Wenn wir mutig genug wären, hätten wir gleich die Bildung einer Gemeinde Föhr beschlossen, dann hätten wir diese Probleme nicht mehr“, wünschte sich ein altgedienter Nieblumer Gemeindevertreter sogar die ganz große Lösung.

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