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Insel-Bote

20. August 2017 | 08:06 Uhr

Wahrzeichen feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Amrumer Seefeuer ist 140 Jahre alt – Jubiläum wird nächste Woche bei den Leuchtturmtagen begangen

Alljährlich werden im Sommer die Amrumer Leuchtturmtage gefeiert, doch dieses Mal ist das Fest etwas ganz besonderes: Das Wahrzeichen der Insel feiert am kommenden Dienstag, 25. August, seinen 140. Geburtstag.

Der war eigentlich bereits im Januar, denn am 1. Januar 1875 zeigte der Amrumer Leuchtturm kurz vor Sonnenuntergang erstmals sein Licht und dient seit dieser Zeit als orstfestes, visuelles Schifffahrtszeichen für das auch heute noch gefährliche Seegebiet westlich der Insel in der Nordsee. Der rot-weiß gestreifte Turm warnt die Schiffe als Seefeuer mit einem 360-Grad-Rundumlicht vor den vorgelagerten Untiefen und den gefährlichen, sich ständig verändernden Sandbänken.

Das unter Denkmalschutz stehende Amrumer Seefeuer befindet sich auf der hohen Sanddüne „Grat Dün“ zwischen Nebel und Wittdün auf der Westseite der Insel. Der monumentale Mauerwerksturm steht direkt auf der gewachsenen Sanddüne. Als Gründung dienen Natursteine mit einer aufgemauerten Fundamentplatte. Das Bauwerk hat eine Höhe von 41,80 Metern über Gelände. Die Feuerhöhe beträgt 63,40 Meter über dem mittleren Tidehochwasser. Das weiße Licht erreicht eine Tragweite von rund 23 Seemeile, was bedeutet, dass man das Amrumer Leuchtfeuer bereits aus 43 Kilometern Entfernung sehen kann.

Für Inselgäste ist eine Besteigung des Turms stets eine besondere Attraktion. Allerdings braucht man einige Kondition, um das Bauwerk zu erklimmen. Eine Wendeltreppe mit 297 Granitstufen führt im Turm hinauf. Wer die bewältigt hat, wird mit einem unvergleichlichen Ausblick weit über die nordfriesischen Inseln und das Meer belohnt. Ein Ausblick, den die Leuchtturmwärter früher sicher nicht so zu genießen wussten, wie die Touristen heute. Hatte der Wärter doch weniger einen Traum- als einen Knochenjob. Der wird in einer 1934 erschienenen Ausgabe der „Hamburger Illustrierten“ beschrieben: Die Lichtquelle wurde seinerzeit per Hand reguliert. Im Keller lagerten Kohlen, Öl und Petroleum. Im 20-Liter-Kanister musste die Brennflüssigkeit aufwärts geschleppt und der Brenner angeheizt werden. Bei Sonnenuntergang wurde die Lampe entzündet. Dann kletterte der Turmwärter wieder in sein Wärterstübchen zurück, hier musste er die Nacht verbringen. Mahlzeiten wurden ihm von Familienangehörigen nach oben geliefert, eine enge Bettstelle an der zumeist kalten Turmwand diente als Ruhestätte. Während sich die Kuppel langsam nach einem Uhrwerk drehte und ihr Licht über die dunkle Nordsee schickte, war der Wärter im Wetterdienst tätig. Alle zwei Stunden mussten das Barometer abgelesen und die Wetterdaten eingetragen werden. Bei Sturmwarnungen wurden Bälle am neben dem Turm auf der Düne stehenden Signalmast aufgezogen. Und sobald die Sonne aufging, wurde das Leuchtturmlicht gelöscht und die Leuchtturmkuppel mit Leinentüchern gegen die Einwirkung der Sonnenstrahlen geschützt.

Durch die Elektrifizierung wurde der Beruf des Leuchtturmwärters weitgehend überflüssig, seit 1984 wird das Leuchtfeuer automatisch gesteuert. Ein Dämmerungsschalter misst jetzt die Lichtintensität. Bei Unterschreitung eines Mindestwertes schaltet sich das Leuchtfeuer von selbst ein, bei trüber Witterung bereits am Tage. Steigt die Lichtintensität wieder, wird das Feuer automatisch gelöscht. Ansonsten wird es eine Stunde vor Sonnenuntergang von Tönning aus ferngezündet. Das Turmlicht brennt die Nacht über bis eine Stunde nach Sonnenaufgang. Das vier Meter oberhalb der den Besuchern zugänglichen Ebene installierte „Laternenhaus“ besteht aus einer Stahlkonstruktion mit einem Kupferdach. Hier befindet sich das eigentliche Kernstück des Bauwerks. Es ist eine Halogen-Metalldampflampe mit 250 Watt. Um diese Lampe dreht sich die Optik mit ihren 16 geschliffenen Sammellinsen-Feldern.

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erstellt am 21.Aug.2015 | 13:15 Uhr

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