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Jazz goes Föhr 2017 : Wachwechsel nach zwei Jahrzehnten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Zum 20. Mal swingt in der kommenden Woche wieder die Insel. Die Macher des Festivals kündigen ihren Abschied an.

Wolfgang Philipp, künstlerischer Leiter des Insel-Kult-Festivals „Jazz goes Foehr“, wird seine traditionelle Begrüßungsrede im Kurgartensaal am kommenden Montag zum letzten Mal halten: Mit Philipp und dessen Ehefrau Verena sowie Almut und Gert Höncher haben die Erfinder der musikalischen Woche ihren Rückzug angekündigt. Und ein wenig Wehmut klingt schon heraus, wenn Philipp sagt: „Wir hören auf – doch ich hoffe, das Festival lebt weiter“. In ihrem letzten, dem 20. Festival wollen es die Macher noch einmal krachen lassen – mit einer Künstler-Liste, die sich sehen lassen kann.

Zum Warm-up geben sich bereits am morgigen Sonntag „Lyjro“ und die Youngster-Bigband der Föhrer Musikschule am Sandwall ein Stelldichein. Auf Augenhöhe wollen sich beide Gruppen um 15 Uhr am Musikpavillon begegnen, kündigen die Veranstalter an. Keine leichte Aufgabe für die Föhrer Nachwuchsmusiker, denn das „Leeds Youth Jazz and Rock Orchestra“ aus England, 1991 als Talentschmide gegründet, versammelt die besten jungen Musiker und Sänger aus der Region Leeds. Die Akteure haben internationale Erfahrung und bereits zahlreiche Preise gewonnen. Ihr Repertoire umfasst neben Jazz-Standards Latin-Arrangements und funkige Nummern.

Den offiziellen Auftakt bestreitet dann am Montag das Dortmunder Saxofonquartett „Multicolore“. Die Altsaxofonistin Ilona Haberkamp ist zum dritten Mal dabei, stand hier 2010 mit der niederländischen Trompeter-Legende Ack van Roojen auf der Bühne. Auf Föhr ergänzt der Kontrabassist Bodo Klingelhöfer das Quartett. Neben Duke Ellington, George Gershwin und Paul Desmond erklingen im Kurgartensaal auch moderne Kompositionen.

Ebenfalls zum dritten Mal dabei ist das „Julian & Roman Wasserfuhr Quartett“. Die Brüder Julian (Trompete) und Roman (Klavier) zählen nach vier erfolgreichen Alben zu den gefragtesten deutschen Jazz-Musikern. Mit ihrem fünften Album „Landed in Brooklyn“ landeten die Brüder in New York, wo sie auf Stars wie Donny McCaslin, Tim Lefebvre und Nate Wood trafen. Mit teils melancholischen Tönen will das Quartett die Zuschauer am Dienstag begeistern.

Der Mittwoch steht dann ganz im Zeichen internationaler Klänge. Nichts Geringeres als Weltmusik hat sich „Quadro Nuevo“ auf die Fahne geschrieben, die man auf der Insel nicht mehr vorstellen muss. Ob in Konzertsälen, auf Festivals oder als Straßenmusiker: Das Geheimis der Gruppe ist die Liebe zu den Instrumenten und große Spielfreude. Lieder aus den unterschiedlichsten Ländern transportieren das Gefühl von Freiheit und Abenteuer und öffnen Türen in fremde Kulturen. Für beste Unterhaltung dürften auch in diesem Jahr eingestreute Reisegeschichten und launige Ansagen der Musiker rund um Mulo Francel sorgen.

Bestens bekannt sind auf Föhr auch „Jazul“ und Bandleader Ingolf Burkhardt. Mit großer Hingabe und scheinbarer Leichtigkeit bewegen sich die Musiker zwischen peppigem Seventhies-Funk, Latin-Music, Bebop und Disco-Beat. Am Donnerstag wollen die Jungs um Frontmann Burkhardt und mit dem neuen Schlagzeuger Simon Gattringer das Publikum erneut mit modernem, souligem und rockigem Jazz überzeugen. Das sollte ihnen leicht fallen, denn Ihre mitreißende Musik verdankt die Band nicht zuletzt ihren Wurzeln im Rock-, Pop- und Hip-Hop-Bereich.

Das Finale am Freitag bestreitet dann der Meister selbst: Wieder einmal kommt Nils Landgren mit seiner „Funk Unit“ auf die Insel. Doch Mr. Red Horn, wie Landgren wegen seiner metallik-roten Posaune genannt wird, kann sich auch als Balladen- und Blues-Sänger hören lassen. Vor allem aber steht der Weltklasse-Musiker für mitreißenden, groovenden Funk, gemischt mit einer gehörigen Portion Soul und Pop. Und mit dieser Mixtur will Landgren auch am Abschlussabend sein Publikum von den Stühlen reißen. Wenn nicht anders angegeben, finden alle Veranstaltungen um 20 Uhr im Kurgartensaal statt.

Auch bei der 20. Auflage des Festivals ist nach dem Konzert vor dem Konzert, kommen Jazz-Liebhaber auch zu später Stunde wieder auf ihre Kosten. Wie in jedem Jahr lädt das „Public Rehearsal Jazz Quartet“ Festival-Künstler sowie Gäste, die ein Instrument bedienen können, zur „After-Show-Jam-Session“ in den Kulturtreff in der Feldstraße ein.

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erstellt am 22.Jul.2017 | 13:30 Uhr

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