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Insel-Bote

25. November 2017 | 10:43 Uhr

In Wyk : Vorzeigeprojekt ist 25 Jahre alt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Beitrag zur Müllvermeidung und ein beliebter Treffpunkt: Der Wyker Sperrgutbasar feiert Jubiläum.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 11:45 Uhr

Eigentlich hatte Renate Sieck vorgehabt, das silberne Jubiläum des Sperrgutbasars am Wyker Hafendeich nicht weiter zu beachten, sondern die Halle zum normalen Betrieb zu öffnen. Doch die Vertreter des Föhrer Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) befanden, dass das 25-jährige Bestehen einer Einrichtung, die überwiegend auf ehrenamtlicher Basis betrieben wird, verdient, gefeiert zu werden.

So hatten dann Renate Sieck und ihr Helferteam eine Kaffeetafel im Freien aufgebaut, mussten aber angesichts einiger Regentropfen ins Innere umziehen. Dies war übrigens auch schon vor fünf Jahren notwendig geworden, als der 20. Geburtstag des Sperrgutbasars auf dem Programm stand. Seinerzeit war auch der damalige Wyker Bürgermeister Heinz Lorenzen als Gratulant erschienen, während dieses Mal, wie allgemein mit Bedauern festgestellt wurde, kein Vertreter der Kommune das 25-jährige Bestehen einer Einrichtung würdigte, die wesentlichen Anteil an der Reduzierung des Müllaufkommens auf der Insel Föhr hat. Denn hier können Möbel, Haushaltsgegenstände oder Kleidungsstücke abgegeben werden, die noch gut erhalten sind, aber nicht mehr benötigt werden. Sie werden dann kostenlos an neue Besitzer weiter gegeben.

„Es ist schlimm, wie viele gut erhaltene Sachen weggeworfen werden“, hatte Renate Sieck vor über 25 Jahren festgestellt, und diese Erkenntnis war die Keimzelle des Sperrmüllbasars, der später in Sperrgutbasar umbenannt wurde. Sie gewann Usche Meuche als Mitstreiterin, und die beiden Frauen stießen mit ihrer Idee auf offene Ohren. So erinnerten sich viele Gäste an der Jubiläums-Kaffeetafel noch gut an die ersten Zeiten, als im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus, dem heutigen Jugendzentrum, der Basar eröffnet wurde. Es folgte der Umzug in eine Halle der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) am Binnenhafen. 1996 konnte dann die eigene Halle eingeweiht werden, die auf einem Grundstück der Stadt Wyk erbaut wurde. Das Land Schleswig-Holstein und die Bingo-Umweltlotterie hatten das Vorhaben finanziell unterstützt, das unter dem Dach der Inselgruppe Föhr-Amrum des BUND prächtig gediehen ist. Auch die Abfallwirtschaftsgesellschaft Nordfriesland ist als Unterstützer im Boot, profitiert sie doch auch von einer deutlichen Reduzierung des Sperrmüllanfalls auf der Insel.

In einem Vierteljahrhundert hat sich der Sperrgutbasar zu einer Einrichtung entwickelt, die ganz selbstverständlich von den Insulanern und inzwischen auch von den Asylbewerbern genutzt wird. Dabei ist die Halle nicht nur zum Umschlagplatz für Gegenstände jeder Art geworden. Darüberhinaus wurde sie zu einem Ort der Begegnung, zu dessen Öffnungszeiten – jeweils mittwochs von 16 bis 18 Uhr und freitags von 14 bis 16 Uhr – viele Menschen kommen, die einfach mal einen „Schnack“ haben oder dem Team helfen wollen, das rund um Renate Sieck für einen geregelten Ablauf in der Halle sorgt. So erfüllt der Wyker Sperrgutbasar seit nunmehr 25 Jahren nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen sozialen Zweck.

Zwar ist Usche Meuche nicht mehr im Sperrgutbasar aktiv dabei, doch an dessen Geburtstagsfeier wollte auch sie nicht fehlen. Als fröhliche und lautstarke Gratulanten erwiesen sich dann auch die Mitglieder der Night-an-Day-Band, die vor der Halle mit einem Ständchen aufwarteten.

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