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Föhrer Kirchen : Vorgezogenes Weihnachtsgeschenk

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Stiftung Denkmalschutz bezuschusst die Bauarbeiten am Boldixumer Kirchturm mit 20 000 Euro. Der Friesendom bekam eine Plakette, die auf die bereits erfolgte Förderung durch die Stiftung hinweist.

Weihnachten ist zwar erst in vier Wochen, doch als Dr. Günter Klatt, für Nordfriesland zuständiger Kurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, gestern die Insel besuchte, hatte er bereits Geschenke dabei. Nach dem Nieblumer Friesendom erhält nun auch die Wyker St.-Nicolai-Gemeinde einen Zuschuss für ihre Turm-Sanierung.

Die Föhrer Kirchen wirken auf den Betrachter als stabile Gebäude, die den Unbilden der Witterung unbeugsam die Stirn bieten. Doch dieser Eindruck täuscht: Stürme, Frost, salzhaltige Luft und gut gemeinte, aber fatale Eingriffe der Menschen machen diese Bauwerke zu Sanierungsfällen und stellen die Kirchengemeinden dann vor große finanzielle Herausforderungen, die aus eigener Kraft nicht zu bewältigen sind. Ein Lied davon können die Verantwortlichen der St.-Johannis-Kirchengemeinde singen. Im Laufe von etwa zehn Jahren haben sie den alten Nieblumer Friesendom saniert, wobei die Gemeindemitglieder zu manchen Zeiten ihr Gotteshaus nur „in Portionen“ genießen konnten. Zurzeit zeugt noch das Gerüst rund um den Turm von den langwierigen Bauarbeiten. Doch Pastorin Kirsten Hoffmann-Busch hofft, dass der Dachdecker nun endlich anreist und seine Arbeiten abschließt. Dann wäre sie nämlich die Sorgen um den Kirchenbau los.

Hoffmann-Busch hat nun den „Bau-Stab“ weitergereicht. Denn auch die St.-Nicolai-Kirche in Boldixum ist nicht mehr so stabil. Besonders ihr Turm hat sich inzwischen als baufällig erwiesen. „Nach einer Frostperiode fielen immer mehr Steine“, so Pastor Jörg Weißbach. Mit Hilfe der Feuerwehr, die ihren Leiterwagen zur Verfügung stellte, konnte der Zustand des Turmes von außen inspiziert werden. Dabei entdeckte man viele Risse und kaputte Stellen im Mauerwerk und außerdem rosteten die Maueranker zunehmend. „Es bot sich ein Bild, das nahezu mit dem des Nieblumer Kirchturmes identisch war“, so Weißbach.

Damit begannen im Kirchenvorstand von St. Nicolai die Überlegungen über die Sanierung. Aktiv wurde, wie die Pastoren Hanna Wichmann und Jörg Weißbach berichteten, nicht nur der Kirchenvorstand unter seiner Vorsitzenden Margot Melzer, sondern ganz besonders die „Arbeitsgemeinschaft Turm“ unter der Leitung von Rupert Schreilechner. Als fachlichen Berater sicherten sie sich den Architekten Pieter Martijn Dubbeldam, der für den Kirchenkreis aktiv ist und ein umfangreiches Gutachten über die notwendigen Sanierungsmaßnahme erstellte. Rund 360 000 Euro, so der Voranschlag, wird die Renovierung des Kirchturmes kosten. Aus finanziellen Gründen wird sie in zwei Bauabschnitten durchgeführt, die notwendigen Anträge für Zuschüsse sind gestellt.

Umso mehr freuten sich die beiden Pastoren der Kirchengemeinde, dass Günter Klatt bei seinem Besuch gestern einen Zuwendungsbescheid im Gepäck hatte. Klatt teilte den Verantwortlichen mit, dass die Stiftung Denkmalschutz das Vorhaben in Boldixum mit 20 000 Euro unterstützt. „Wir sind keine so finanzstarke Gemeinde“, betont Jörg Weißbach, „sind aber bemüht, über Spenden unseren Anteil an der Renovierung aufzubringen“. Nachdem die Arbeiten an einem neuen Heizungssystem für die Kirche fast abgeschlossen sind, warten die Verantwortlichen nun darauf, im Frühjahr 2015 mit den Arbeiten an der Süd- und Ostseite des Turmes starten zu können, für die rund 170 000 Euro veranschlagt sind. Wenn es mit der Finanzierung klappt, so die Pastoren, sollen die zwei anderen Turmseiten im Anschluss saniert werden. „Bis zum Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 wollen wir aber fertig sein“, betont Weißbach.

Günter Klatt war nicht nur als Überbringer des Zuwendungsbescheides auf die Insel gereist. Außerdem hatte er für Kirsten Hoffmann-Busch eine Plakette in der Tasche, die am Nieblumer Friesendom angebracht werden soll und auf die Zuwendungen der Stiftung Denkmalschutz aufmerksam macht. 71 000 Euro hatte die Stiftung, die besonders durch die Glücksspirale unterstützt wird, für die St.-Johannis-Kirche aufgebracht.

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erstellt am 25.Nov.2014 | 11:45 Uhr

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