zur Navigation springen

Zuwanderer auf Föhr : Von der Schwarzmeer- an die Nordseeküste

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Für die bulgarische Familie Ali ist die Insel ein „kleines Paradies“. Seit 2013 leben die Alis auf Föhr.

Für die bulgarische Familie Ali ist Föhr ein „kleines Paradies“. Die Alis betonen immer wieder, wieviel Hilfsbereitschaft und Sympathie ihnen hier entgegen gebracht werde. Meyse und Sezgin Ali kommen aus Dobritsch in Bulgarien. Meyse ist dort 1973 geboren, ihr Mann Sezgin 1969. Beide haben Abitur. Meyse Ali machte eine Schneider- und eine Bürolehre, arbeitete etliche Jahre in Dobrtisch beim Arbeitsamt. Sie kam 2011 für ein halbes Jahr nach Föhr, ging dann wieder nach Bulgarien zurück. Sezgin Ali erlernte den Beruf eines Ingenieurs, war fünf Jahre lang in einer Privatfirma, die Fernsehkabel herstellte, in Dobritsch, einer Stadt in der Nähe des Schwarzen Meeres, tätig.

Die Alis haben zwei erwachsene Kinder. Die ganze Familie zog im vergangenen Jahr ganz auf die Insel Föhr. „Bulgarien ist ein armes Land, 80 Prozent der Bevölkerung sind arm“, sagt Sezgin Ali. Beide Alis berichten, dass es ihnen im Kommunismus gut gegangen sei, sie bedauern, dass ihr Land jetzt zur EU gehört. Mit der Wende 1989 sei der Staat zwar demokratisch geworden, aber gleichzeitig habe die Armut begonnen. Auch mit dem Eintritt Bulgariens in die EU, so sagen sie, habe sich nichts Wesentliches daran verändert. Die jungen Leute würden das Land verlassen und anderswo Arbeit suchen.

„Darum sind wir auf die Insel gekommen, um hier zu arbeiten“, betonen beide. „Wir lieben die Insel Föhr und fühlen uns hier sehr wohl“, sagt Meyse Ali und fügt hinzu: „wir möchten gerne für immer hier bleiben“.

Sie haben beide festgestellt, dass auf Föhr die Menschen fröhlicher als in ihrer Heimat Bulgarien seien. „Es gibt dort zu viele traurige Leute“, haben sie beobachtet. Sie denken oft an Bulgarien und würden ihrem Land wünschen, dass es dort bald aufwärts geht.

Die Alis sind Moslems, leben aber nicht streng nach dem Koran. Sie feiern zwar Ramadan, aber gleichzeitig auch die christlischen Feste wie Weihnachten und Ostern. An deutschem Essen mögen sie vor allem die Kuchen, Torten und Waffeln, aber auch Deftiges wie Kartoffelsuppe.

Sie selbst kochen natürlich meistens bulgarisch, oft gibt es zum Beispiel das Nationalgericht „Musaka“, das aus gehacktem Rind- oder Lammfleisch besteht, dazu kommen kleine Kartoffeln, Zwiebeln, Petersilie und schwarzer Pfeffer. Es wird auf dem Herd gegart, kommt danach in den Backofen und wird mit zwei Eiern und Joghurt vervollständigt.

Die Familie Ali ist sehr an den kulturellen Angeboten auf der Insel Föhr interessiert. Und was der Familie ganz besonders gefällt, ist die Tatsache, dass es hier kaum Kriminalität gibt. „Diese schöne Insel mit Ebbe und Flut ist für uns in dieser kurzen Zeit schon etwas Heimat geworden“ sagt das Ehepaar.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen