zur Navigation springen

Veranstaltungswoche „Kurs Föhr“ : Von Auswanderern und Walfängern

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Besucher konnten tief in die Inselgeschichte eintauchen. Nicht nur an Bord der Hansekogge „Ubena“ wurde ein abwehslunsgreiches Programm geboten.

Eine „tragende“ Rolle, die weit über die Planung hinausging, hatte die „Ubena von Bremen“, der Nachbau einer Hansekooge, bei „Kurs Föhr“ der Föhr Tourismus GmbH (FTG) zu übernehmen. Bei der mehrtägigen Entdeckung der Insel der Seefahrer gerieten die Forscher einige Male in widrige Winde, mit der Folge, dass das im Binnenhafen aufgestellte Schutzzelt gleich zu Beginn der Woche wegflog. Darauf hin wurden kurzerhand einige weitere „Landveranstaltungen“ auf die „Ubena“ verlegt. Doch ebenso wie ihre Nachbarin, die „Ronja“, ein Traditionssegler, stach die „Ubena“ auch immer wieder in See und vermittelte dabei Seefahrergefühl aus der Zeit des Mittelalters.

Trotz aller Wetterunbilden, mit denen bei einer Veranstaltung im Herbst gerechnet werden muss, war „Kurs Föhr“ für den FTG-Chef Armin Korok ein Erfolg. Dabei verweist er auf die Vielfalt der maritimen Veranstaltungen, die über ganz Föhr verteilt angeboten wurden: Da ging es unter anderem um Seemannsgräber, um die Navigationsschulen für angehende Kapitäne und um den Walfang.

„Das ist ganz toll gelaufen“ kommentiert Korok die ausgebuchte Kinderbuchlesung mit Benita Brunnert an Bord der „Ubena“. „Ich glaube, dass wir damit eine ganz neue Zielgruppe für ‚Kurs Föhr‘ gefunden haben.“ Nicht nur für ältere Gäste, sondern auch für die ganz Kleinen gab es damit Angebote im Veranstaltungsprogramm dieser Woche. Ein ganz besonderer Höhepunkt und „Bombenerfolg“ war nach Überzeugung des Tourismus-Chefs das Kochen an Bord der „Ubena“. Auch deren Kapitän sei begeistert gewesen, so Korok: „Da kommen Menschen an Bord, die Zwiebeln schälen und Geschirr abspülen und dafür auch noch bezahlen“. Ein besonderes Lob zollt Korok auch seinem Team, das die ganze Woche über die Veranstaltungen betreut hat.

Die „Ubena“ war nicht nur auf „Kurs Föhr“. Ihre Kapitäne auf den Spuren der Amerika-Auswanderer des 19. Jahrhunderts waren die Schauspieler und Musiker Oliver Hermann und Markus Voigt aus Hamburg. „Der Auswanderer“ ist ursprünglich ein Soloprogramm des Schauspielers Oliver Hermann. „Als ich dann aber einmal im Hamburger Hafen vor einem riesigen Kreuzfahrer mit diesem Programm auftrat, kam ich mir ganz winzig vor und stellte fest, dass ich einen Partner haben will.“ Einen kongenialen Mitstreiter fand er rasch in Markus Voigt, der vom Jazz kommt und unter anderem musikalischer Leiter von „Schmidts Tivoli“ und dem „Schmidt-Theater“ ist. Für sein Programm hat Oliver Hermann Berichte von Auswanderern zusammengefasst und präsentiert so ausschließlich „O-Töne“. Einmal agiert er als bauernschlauer Mecklenburger Tagelöhner, einmal als verkniffener Amerikahasser und einmal als größenwahnsinniger Einwanderer. Dabei schlüpft Hermann mit dem Wechseln der Kopfbedeckungen von einer in die andere Rolle und schafft es dabei in allen drei Figuren glaubwürdig zu wirken. Die „Ubena“ ist für ihn und seine Zuhörer ein authentischer Ort, der ein Gefühl dafür aufkommen lässt, was die Auswanderer des 19. Jahrhunderts erlebt haben. Zwar sind Flöhe und Wanzen nicht wirklich an Bord der Kogge. Doch wenn sich der Auswanderer kratzt, ist man automatisch versucht, ihm das nachzutun.

Bereits am nächsten Tag nutzten Hermann und Voigt die Räume des Friesenmuseums, um über die Tragödie rund um den Untergang der „Essex“ zu berichten, die von einem riesigen Pottwal gerammt worden war und als Vorbild des Romans „Moby Dick“ diente.

Über ihr eigenes Segelabenteuer berichtete dagegen die Hamburger Autorin Tina Übel im Kaminzimmer des Kurgartensaals. Wie sich die „Nord-West-Passage für 13 Arglose und einen Yoghurt“, so der Titel ihres Buches, anfühlt, konnten die Zuhörer auch mithilfe großformatiger Leinwandfotos nachvollziehen. Durchaus auch zwiespältige Eindrücke, die die Journalistin auf den Spuren der alten Passagen-Forscher John Franklin oder Roald Amundsen auf ihrem Seeweg vom Atlantik in den Pazifik sammeln konnte. Nur drei von vielen Highlights der Veranstaltungswoche, deren fünfte Auflage Armin Korok bereits im Blick hat. Doch zuvor müsse noch die Umfrage ausgewertet werden, bei der die diesjährigen Besucher ihre Meinung zum Programm kundgetan haben.

 

zur Startseite

von
erstellt am 10.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen