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Insel-Bote

20. August 2017 | 23:35 Uhr

Vortrag : Von alten Nazis und Kaperern

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bettina Dioum vom Landesarchiv Schleswig-Holstein gab in der Ferring-Stiftung spannende Einblicke ins Insel-Archiv. Außerdem zeigte sie Fotos aus dem Zeitraum von 1864 bis 1964.

In einem Vortrag in der Ferring-Stiftung in Alkersum berichtete Bettina Dioum, Archivarin des Landesarchivs Schleswig-Holstein, über die dort lagernden Bestände für die Inseln Amrum und Föhr.

Den größten Teil nehmen dabei Akten ein, in denen es um die Themen Recht und Geld geht, das heißt in erster Linie Steuer- und Erbschaftsangelegenheiten. Dazu kommen Volkszählungslisten, Erdbücher (die Vorgänger der heutigen Grundbücher) sowie Unterlagen zur Landesverteidigung und des Küstenschutzes.

Im Folgenden stellte Dioum dann exemplarisch einige ausgewählte Archivalien vor: So einen Kaperbrief, den der Amrumer Schiffer Volkert Quedens im Jahr 1806 vom dänischen König erhielt, und der es ihm erlaubte, englische Schiffe sowie Schiffe, die mit den Engländern kooperierten, zu kapern. Die Prise musste er dann mit dem dänischen Staat abrechnen, die damit ihre stets klamme Staatskasse füllte.

Für die Jahre 1933 bis 1936 belegen Akten den Plan der Nationalsozialisten, eine acht Meter breite Straße vom Festland über Föhr nach Amrum zu bauen. Vordergründig wurde als Grund für diesen Bau die Förderung des Tourismus auf der Insel durch den privaten Autoverkehr angeben, hintergründig war eine derartige Straße natürlich als Zuwegung für geplante Militäranlagen gedacht.

Aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wies Dioum auf die große Anzahl Entnazifizierungsakten von Personen aus dem Kreis Südtondern hin, darunter auch eine auffällig große Zahl von auf den Inseln einquartierten Flüchtlingen.

Die Akten belegen aber auch über die Jahrhunderte hinweg ein Thema, das bis heute an Aktualität nichts verloren hat, nämlich die finanzielle Situation der Stadt Wyk. In regelmäßigen Abständen finden sich umfangreiche Schreiben, die die desolate Kassenlage der Stadt beschreiben, sowie Vorschläge, wie versucht werden soll, diese Misere zu beheben.

Zum Abschluss ihres interessanten Vortrages zeigte Bettina Dioum dann eine Auswahl von Fotos mit Motiven von Föhr und Amrum aus dem Zeitraum von 1864 bis 1964.

In Alkersum lagern das Archiv der Ferring-Stiftung, ein kleines Amrumer Archiv, das historische Föhrer Insel-Archiv und das Archiv des Amtes Föhr-Amrum. Außerdem verfügt die Stiftung über ein umfangreiches Foto-Archiv. Infos unter www.ferring-stiftung.net

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