zur Navigation springen

Natuirfilmfestival : Von Affen, Störchen und Seekühen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

„Green Screen“ kommt ins Wyker Kino: Welcher Film gewinnt den Publikumspreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages?

Das Naturfilm-Festival „Green Screen“ ist wieder auf Tour durch Schleswig-Holstein – und macht am kommenden Freitag, 21. August, im Kino am Wyker Sandwall Station. Drei faszinierende Streifen werden präsentiert – und die Zuschauer können wie jedes Jahr über den Publikumspreis des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) abstimmen. Der wird dann im Rahmen des Festivals verliehen, das vom 10. bis 14. September in Eckernförde stattfindet.

Zum vierten Mal öffnet Wyks Kinobesitzer Thomas Dethlefsen sein Haus für die Green-Screen-Tournee und freut sich bereits jetzt auf den kommenden Freitag. „Diese Filme haben immer eine hervorragende Qualität und zeigen Sachen, die man nicht häufig zu sehen bekommt“, ist Dethlefsen davon überzeugt, dass die Festival-Vorführung auch in diesem Jahr „sehr interessant wird“. Um 10.30 Uhr beginnt die Green-Screen-Matinée, zu der der Eintritt frei ist. Unter folgenden Filmen können die Zuschauer dann ihren Favoriten wählen:


Wildes Sri Lanka – Waldwelt


Blaues Meer, weiße Strände, grüne Wälder – Sri Lanka gilt als Perle des Indischen Ozeans. Die Natur hier ist üppig und die Tier- und Pflanzenwelt vielfältig. Flugbilder, Nahaufnahmen und Landschafts-Panoramen, Zeitraffer und Zeitlupen vermitteln in dem Film von Joe Loncraine und Mike Birkhead ein eindrucksvolles Bild dieser Insel. Die Wälder beherbergen eine Fülle an Lebewesen. Languren bevölkern die Baumkronen. Diese Affen sind Akrobaten des Dschungels. Am Boden gibt es Schlangennester: Hier ist der Tigerpython zu Hause, eine der größten Schlangenarten der Welt. Der Python bebrütet sein Gelege solange, bis sich der Nachwuchs in den Eiern zu regen beginnt, dann verlässt das Elterntier instinktiv das Nest – andernfalls würde es den eigenen Nachwuchs fressen. Ein fürsorglicher wirkendes Brutverhalten zeigt der Blau- oder Schmuckkitta, ein Vertreter aus der Familie der Rabenvögel. Neben den Eltern kümmern sich alle Verwandten um den Nachwuchs. Die Bergwälder der Insel sind der Lebensraum des Felsenfrosches, der aussieht wie ein Stein und in den Flüssen kaum auszumachen ist. 1500 Meter über dem Meer leben Süßwasser-Krabben, und nachts erscheinen die „Waldgeister“ in Gestalt der Schlank-Loris mit riesigen Augen.


Hamiltons Abenteuer – Seekühe mal ganz anders


600 Kilogramm pure Freundlichkeit – die Seekuh, auch Manati genannt, ist nicht gerade eine Postkartenschönheit. Aber Seekühe sind die friedlichsten Kolosse, die die Flüsse und Meeresküsten Floridas bewohnen. Sie verbringen die meiste Zeit des Tages mit dem Fressen von Wasserpflanzen. Die Weibchen kümmern sich aufopferungsvoll um die eigenen und die Jungen anderer Mütter. Aggressives Verhalten ist ihnen völlig fremd. Lediglich bei der Paarung geht es rund. Dann verfolgen oft mehrere Bullen eine Kuh, bis sich das Weibchen für den zukünftigen Vater ihres Jungen entscheidet. „Seekühe sind aktive, verspielte und intelligente Tiere“, erzählt Filmemacher Ulf Marquardt. Der Film „Hamiltons Abenteuer“ konnte nur entstehen, weil er sich ausgiebig Zeit nahmen, ihre Geheimnisse zu lüften. „Dazu kommt der Titelheld Hamilton“, so Marquardt. „Eine Seekuh über mehrere Jahre zu begleiten und ihre dramatische Lebensgeschichte zu erzählen, ist bislang noch keinem Filmteam gelungen.“ Neben seltenen Aufnahmen der Seekühe zeigt der Film weitere beeindruckende Bilder der grandiosen Natur Floridas: Unterwasseraufnahmen der skurrilen Schlangenhalsvögel sind ebenso zu sehen wie die spektakulären Jagdstrategien der Delfine.


Unter Störchen – Ein Dorf im Vogelfieber


Das kleine Dorf Rühstädt im nordwestlichen Brandenburg beherbergt Deutschlands größte Weißstorchkolonie. Fast 40 Storchenpaare brüten jeden Sommer auf den Hausdächern der nur 200 Dorfbewohner. Mit ihrem Nachwuchs locken die Tiere alljährlich rund 30  000 Besucher an. Ein örtlicher Storchenclub und ein rühriger Bürgermeister sind unermüdlich im Einsatz. Nester müssen gebaut und repariert, Teiche angelegt und Wiesen zur richtigen Zeit gemäht werden. Der Ort, der das Prädikat „Europäisches Storchendorf“ trägt, lebt seit Jahrzehnten im Jahreszeitenzyklus dieser Vögel, wie der Film von Herbert Ostwald zeigt.

In nur gut hundert Tagen müssen sich die Störche finden, paaren und Junge bis zum Abflug großziehen – ein harter Lebenskampf für die Tiere. Regen, Hitze und Greifvögel reduzieren den Nachwuchs, bei Krankheiten werfen sie die schwächsten Küken einfach aus dem Nest. Ohne ausreichendes Nahrungsangebot gehen die Vögel zugrunde. Auch hier helfen die Dorfbewohner und päppeln Nesthäkchen wieder auf. Rühstädt zeigt modellhaft, wie es durch koordinierte Eingriffe in die Natur gelingen kann, mit einem großen Vogel in der Nachbarschaft zu leben und davon selbst auch einen Nutzen zu haben.











zur Startseite

von
erstellt am 16.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen